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Keith Richards, neben Mick Jagger der Innbegriff der Rolling Stones, hat vor kurzem seine Biographie veröffentlicht. Und niemand wundert es, dass in der Rückblende seines Lebens all die Klischees bedient werden, die man von einem Rockstar erwartet. Ähnlich verhält es sich da mit dem Film "Männertrip" von Nicholas Stoller, der von der Thematik auf den Zug der Phantasien um glamouröse Rockstars aufspringt. Aldous Snow (Russell Brand) ist ein alternder Leadsänger. Sein Leben durchzieht ein Meer von willigen Groupies, Alkohol und Drogen. Jedoch ist er, sensibel wie jeder Künstler, unsterblich verliebt in seine Frau Jackie Q (Rose Byrne). Mit ihr hat er auch das Album "African Child" aufgenommen, das der nächste Mega-Hit werden soll. Doch leider floppt das Album total, die afrikanische Bevölkerung stigmatisiert ihn, er verkracht sich in einer Fernsehsendung mit seiner Frau und driftet wieder in die Alkohol- und Drogensucht ab. Ein Leben in Verwahrlosung in einer wunderschönen Wohnung in London ist die Folge. Die Show scheint für Aldous Snow vorbei zu sein. Doch dann taucht der biedere Aaron Green (Jonah Hill) im Microkosmos des alternden Rockstars auf. Green arbeitet für den Plattenmogul Sergio Roma, der von keinem geringeren als Sean "P. Diddy" Combs" gespielt wird. Die Plattenbranche liegt darnieder, die Show muss aber trotzdem weitergehen. So versucht Roma mit seinen Angestellten den genialen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, um die Markteinbußen irgendwie aufzufangen. Greens geniale einfache und doch so abgedroschene Idee, einen alternden Rockstar nach einem riesigen Flopp wieder zum Comeback zu verhelfen, gefällt seinem Chef. Und sofort bekommt Green die einmalige Chance sein Idol früherer Tage hautnah zu erleben. Er darf nach London fliegen, um für Aldous Snow den Babysitter zu spielen. Denn der Rockstar soll in drei Tagen bei einem Monsterkonzert in Los Angeles auftreten. Der Wahnsinn ist von da an vorprogrammiert, denn Snow ist nicht nur etwas weltfremd, er ist auch ein Kanibale, wenn es darum geht, Menschen zu manipulieren. Für den etwas schüchternen Aaron Green beginnt von da an ein Trip durch die Hölle, die einst sein großer Traum war. Für Nicholas Stoller ist "Männertrip" der zweite Film nach der Komödie "Nie wieder Sex mit der Ex", in der bereits Russell Brand und Jonah Hill mit von der Partie waren. Und wieder gelingt es dem Regiesseur einen Film auf die Beine zu stellen, den man sich über weite Strecken ohne jegliche Probleme zu Gemüte führen kann. Russell Brand, der allein mit seinen stelzenhaften Gesten das Publikum zum Lachen bringt, ist im Gegensatz zu Stollers erstem Film vom Nebendarsteller zum Hauptakt befördert worden. Auch Jonah Hill gelingt es, die Rolle des ängstlichen Musik-Nerds, der aus großem Idealismus bei einem Musik-Label arbeitet, weil er auch etwas Ruhm in sein Leben bringen will, bestens auf die Leinwand zu bringen. Überraschend ist auch die Darbietung von Rap-Legende Sean "P. Diddy" Combs. Nicht nur, dass er sich mit der Rolle als überkandidelter Plattenboss selbst aufs Korn nimmt, er versteht es auch über weite Strecken mit Witz und Komik zu glänzen. Positiv an "Männertrip" ist auch, dass zum Teil sehr illustre Gestalten wie Lars Ulrich, der Schlagzeuger von Metallica, oder Pharell Williams von den Neptunes, Christina Aguilera oder Pink in Kurzrollen zu sehen sind - eine witzige Idee. Trotz all der guten Ideen von Nicholas Stoller und seiner Schauspieler-Crew reicht es für "Männertrip" nicht, gegen Branchengrößen wie "Hangover" zu bestehen. Die Fahrt, die der Film zu Beginn aufnimmt, ist äußerst verheißungsvoll. Dem Wahnsinn scheinen keine Grenzen gesetzt. Der Klamauk ist zum Teil überragend. Doch irgendwann geht "Männertrip" die Luft aus. Vieles wird in klischeeartiger Weise abgespult. An manchen Stellen wirkt dann die ganze Show so dermaßen übertrieben, dass es fast schon peinlich ist. Und das Schlimme daran: Es wäre überhaupt nicht notwendig gewesen. Denn weniger ist bekanntlich manchmal mehr. Stoller wäre gut beraten gewesen, hätte er auf so manchen platten Gag (besonders die "Vergewaltigung" von Aaron Green oder so manche Kotzarie) verzichtet. Durch diese Falschinterpretation, was für eine gute Komödie notwendig ist, raubt sich "Männertrip" die eigentlich verdienten Lorbeeren. Denn besonders ab Mitte des Filmes denk sich der Betrachter zu oft: Was soll das und wo führt das alles hin? Ist man erst einmal auf dem Trichter des Überlegens, dann wird es umso schwerer für einen Film, diese Skepsis wieder wegzubringen. Fazit: "Männertrip" von Nicholas Stoller ist ein Film, der für die Überbrückung von Langeweile bestens geeignet ist. Zwar darf man sich keine Hoffnungen machen, dass er einer Komödie wie "Hangover" das Wasser reichen kann, doch treibt einem so manche Szene die Freudentränen in die Augen. Besonders die Auftritte von Sean Combs und Russell Brand überzeugen in komödialer Hinsicht. Man wünscht sich mehr Filme dieser Art mit dem Rap-Genie. Leider verliert "Männertrip" zu rasch an Fahrt. Der Trip über den großen Teich mit einem Abstecher über Las Vegas nach Los Angeles verblasst zu schnell im Belanglosen. Punkte: 5 von 10
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