Übersicht
|
Meistgelesen
|
Bestbewertet
|
Meistkommentiert
„Als Hirte erlaube mir, zu dienen mein Vater dir. Deine Macht reichst du uns durch deine Hand. Diese verbindet uns wie ein heiliges Band. Wir waten durch ein Meer von Blut, gib uns dafür Kraft und Mut! In nomine patris et filii et spiritu sancti!“
Mehr als zehn Jahren ist es bereits her, dass dieser Vers zum ersten Mal auf der Leinwand zu hören war. Denn im Jahre 1999 ließ der Regisseur Troy Duffy die beiden streng gläubigen irischen Brüder Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy MacManus (Norman Reedus) auferstehen. In seinem ersten Film „The Boondock Saints“ skandierten die beiden Racheengel diesen Vers, den ihnen ihr Vater beigebracht hatte, im Chor, bevor sie einen üblen Ganoven wegen seiner Verbrechen richteten. Genau zehn Jahre danach - man mag es kaum glauben - erschien nun ein neuer Film aus der Hand von Troy Duffy (sein zweiter): „The Boondock Saints 2: All Saints Day“. Alles wie gehabt, auch diesmal stürzen sich Connor und Murphy zusammen mit ihrem Vater, Il Duce (Billy Connolly), in eine Gewaltorgie sonders gleichen. Flankiert werden die Drei von alten Bekannten: Die Detectives Greenly (Bob Marley), Duffy (Brian Mahoney) und Dolly (David Ferry, die schon im ersten Teil zu urkomischen Szenen einluden, mischen auch zehn Jahre später wieder mit. Selbst Rocco (David Della Rocco) bekommt, obwohl ihm im ersten Teil der Gar ausgemacht wird, auch in „All Saints Day“ einen kleinen Auftritt. Seinen Platz im Team der heiligen Rächer übernimmt der Mexikaner Romeo (Clifton Collins Jr.). Er bemüht sich, aber an Rocco kommt die Rolle leider nicht ran. Die größte Schwäche des Films ist, dass der von einem brillanten Willem Dafoe gespielte Agent Paul Smecker im zweiten Teil keine tragende Rolle spielt. Ein Ersatz für den grandiosen Schauspieler wurde zwar versucht zu finden. Doch Eunice (Julie Benz) scheiterte kläglich bei dem Versuch, die Art ihres Vorgängers zu kopieren. Julie Benz wirkt von Anfang an wie ein Fremdkörper. Besonders ihre aufgesetzte Art stört nach gewisser Zeit. Es wirkt nie so, als wäre sie eins mit ihrer Rolle geworden. Sie wirkt über die gesamte Spielzeit mit ihrer Rolle überfordert - in dem Sinne, dass sie versucht, an die glänzende schauspielerische Leistung von Willem Dafoe anzuknüpfen, aber selbst sofort merkt, dass sie kläglich daran scheitert. Es ist wirklich schade für den Film, dass dieses Experiment so misslingt. Insgesamt sollte nicht zu viel von der Fortsetzung erwartet werden. Die Story ist sehr flach und an manchen Stellen wirkt es doch sehr übertrieben und gekünstelt. Wer sich jedoch eine anspruchslose aber dafür actiongeladene Story wünscht, der ist mit der Fortsetzung des Kult-Klassikers vom Ende der 90er Jahr bestens bedient. Denn auch im zweiten Teil haben die beiden Rachengel wieder ein tolles Zitat auf Lager:
„Und im Himmel erschallte ein furchtbares Klagen und die Schreckenshand des Herrn erhob sich gegen die Erde. Und wie Gott der Allmächtige dich erschuf, so ruft er dich jetzt, heimzukehren.“
Punkte: 6 von 10
Beitrag
kommentieren
| bewerten: