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Gleich mal eines vorweg: Wer solche Freunde und Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr. Und das ist noch lange nicht alles, was mein Fastenvorhaben beinahe zum Scheitern bringt.
Wie nach jedem Mittagessen in der Bayreuther Uni-Mensa geht es mit meinen Lieben in die Cafeteria. Normalerweise gönnt man sich Kaffee und eine Kleinigkeit, bestehend aus einem überwiegend großen Anteil an Schokolade. Die nächsten Wochen werde ich, und leider wirklich nur ich in dieser Runde, auf Letzteres verzichten.
Alles andere als einfach, sag ich euch. Bin ich erst mal an den verlockenden Regalen voller Leckereien vorbei, deren Inhalt unaufhörlich „Kauf mich“ flüstert, ist die erste Hürde genommen. Die zweite wartet am Tisch. Denn ich blicke sehnsüchtig auf die Freunde, die genüsslich von Schokoriegel, Kuchen oder Eis naschen. Ja, ich muss ganz schön seufzen. Jetzt bloß nicht schwach werden. Wäre doch gelacht. Sprüche wie „willst du mal beißen?“ oder „Hmmm, ist das lecker“ sind dann auch alles andere als unterstützend, aber man kennt das ja. Ich stelle eines fest: Ich brauche einen Plan, wie ich meinen Schweinehund überliste.
Denn ich habe das Gefühl, dass an allen Ecken und Enden meines Ta- gesablaufs Süßigkeiten allgegenwärtig sind. Wie beispielsweise in einer der Cocktailbars der Festspielstadt, in der ich arbeite. Ein DJ, der dort regelmäßig auflegt, pflegt eine Gewohnheit, die in jedem Fall mehr als nur glücklich macht. Leider nicht in meinem. Er bringt die tollsten Leckereien für das Team mit. Nein, da reden wir jetzt nicht drüber. Denn jetzt grüßt das Gefühl, ich nenne es „Schoko-Flash“, bei dem mein Körper deutliche Signale gibt, dass er genau jetzt das Bedürfnis verspürt, ein Stück Schoki auf der Zunge zergehen zu lassen. „Ganz schnell ignorieren“, sage ich mir.
Nächster Abend. Selbe Bar. Ein 30. Geburtstag. Und es fehlte dieser Veranstaltung an wirklich nichts, erst recht nicht an der Verpflegung. Da waren diese Muffins. Ihr fluffiger, schokobrauner Teig, obendrauf eine glänzende Schokoglasur aus weißer Schokolade, war fast schon unverschämt. Und man munkelt, dass wohl auch im Kern der süßen Verführung etliche Schokostückchen gewesen sind. Den ganzen Abend lang stehen sie vor mir.
So gerne hätte ich einfach genüsslich in einen reingebissen. Da ist er, der Wermutstropfen. Aber was soll’s. Kaugummi rein und schnell vergessen, wie lecker sie vermutlich sind. Ach, genau, ich wollte da noch jemanden erwähnen. In den vergangenen Tagen war er immer öfter an meiner Seite: mein Schweinehund. Von einem stillen Begleiter kann man in seinem Fall nicht sprechen. Denn der macht Radau und Rabatz, wie ich es schon lang nicht mehr erlebt hab. Vielleicht sollte ich ihm ein Friedensangebot machen, ihn zum Kompagnon machen. Klar, beste Freunde werden wir nie werden, aber da er die letzten Tage ziemlich oft an meiner verriegelten Schoko- Tür angeklopft hat, lerne ich einfach, wie es so ist, mit ihm zu leben. Bloß wie? Leider bin ich noch nicht besonders kreativ gewesen. Ich esse lieber mal einen Apfel. Und dann werde ich das Unterfangen Schweinhund in Angriff nehmen. Sei also gefasst, mein lieber Freund.
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