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Ein Hundeleben als Beagle

Seit rund 4 Wochen habe ich nun also wieder einen Hund.

 

Ich bin mit Hunden aufgewachsen und habe deshalb schon immer einen besondere Vorliebe für diese Tierart . Besonders die großen Hunde haben es mir angetan. Leider ist es mir aufgrund meiner Wohnsituation nicht möglich einen großen Hund zu halten, so dass ich mich bei der Auswahl auf eine kleinere Rasse beschränken musste.

Ein Schoßhündchen wollte ich nicht und deshalb suchte ich einige Zeit nach der richtigen Rasse für mich und wurde fündig. Ein Beagle sollte es sein.

Der Beagle ist eine Hunderasse, die für die Jagd gezüchtet wurden. Er zählt zu den sogenannten Schweißhunden, welche eine Fährte über weite Strecken hinweg verfolgen können. Ein Beagle muss viel bewegt werden, hat einen sehr freundlichen Charakter und ist der perfekte Familienhund, sofern man sich auch mit ihm ausreichend beschäftigt. Wird der Hund vernachlässigt, fällt ihm allerlei Blödsinn ein und das ist auch der Grund, dass einige Besitzer den Beagle nach kurzer Zeit wieder abgeben. Es ist anstrengend und eine Herausforderung, einen Beagle zu haben. Trotz des lieben Charakters sind sie sehr anspruchsvoll, äußerst verfressen und sehr eigensinnig. Aufgrund seines freundlichen Charakters werden Beagle leider auch häufig als Versuchshunde missbraucht. Sollte sich meine Wohnsituation mal verbessern und ich könnte mir einen zweiten Hund anschaffen, wird das ein Laborbeagle, das habe ich mir vorgenommen. Der Beagle ist ein ausgesprochenener Meutehund und optimal wäre für den Hund mit mehreren anderen Beaglen aufzuwachsen. Sofern der Hund aber ausreichend bewegt wird und mit der Meute (Familie) leben darf, kann der Beagle auch einzeln gehalten werden.

Unsere Yoschi kam durch Zufall zu uns. Ich hatte mir die Rasse also schon ausgewählt und schaute hier und da mal nach Inseraten, immer auf der Suche, aber nicht in Eile. Wir fanden unseren "Import-Beagle" per Anzeige. "Sie" war vermutlich illegal als "Weihnachtshund" von einer Zuchtstation in Rumänien nach Deutschland gebracht worden.  Hirn-und Herzlos hatte man sie schon mit 5 Wochen von ihrer Hundemutter genommen und nach Deutschland verschleppt. Wahrscheinlich hatte die Familie, welche sie mitgenommen hatte, nichts Böses im Sinn,  sondern handelte wohl einfach aus Unwissenheit und ohne groß nachzudenken, aber leider zeigen hier auch die Zuchtfabriken in Rumänien wenig Verantwortungsgefühl, indem sie die kleinen Hundebabies einfach so der Mutter entreißen. Diese Geschäfte mit den kleinen Hundewelpen sind inzwischen ein sehr großes Problem. Meist werden sie illegal aus Osteuropa in viel zu kleinen Käfigen, viel zu früh von der Mutter weggenommen und unter unmöglichen Umständen transportiert und hier verscherbelt. "Polizei findet 92 geschmuggelte Hundebabys"

Nun, das kleine Hundebaby passte  wohl nicht in die  andere Familie und zu dem anderen Hund und so gaben die Leute eine Anzeige auf, als der Hund 9 Wochen alt war und so kamen wir zu unserer Yoschi, in die wir uns alle sofort verliebten, obwohl wir eigentlich einfach nur mal einen Beagle anschauen wollten. Ich weiß, Yoschi ist ein importierter Hund und trotzdem habe ich sie genommen, weil sie eben nun schon mal da war und weil ich ihr ein gutes Zuhause geben wollte und den frühen Verlust der Mutter kompensieren wollte.  Mit 5 Wochen der Mutter entrissen, mit 10 Wochen die Bezugsperson wechseln, das ist nicht leicht für einen kleinen Hund. Man merkte, dass sie gewisse Defizite durch diese zu frühe Abnabelung hatte. Yoschi war von Anfang an sehr verspielt, aber auch schmusebedürftig und konnte räumliche Trennung nicht ertragen. Sie war überhaupt nicht stubenrein, was dazu führte, dass unser Wohnzimmerteppich inzwischen fast durchgängig duchgeputzt ist. Nachdem sie bei den Vorbesitzern im Bett schlafen durfte, ich das aber bei aller Hundeliebe auf keinen Fall dulde, einigten wir uns darauf, dass der Hund in seiner Box im Schlafzimmer schlafen durfte, was nach einigen Startschwierigkeiten nun ganz gut klappt. Ihr das Schlafen im Bett abzugewöhnen war nicht leicht, so wie es auch anfangs sehr anstrengend war, ihr das in die Wohnung machen abzugewöhnen. Schuhe, Stuhlbeine, Zeitungen und alles was sich zerfetzen oder zerbeissen lässt, muss geschützt oder versteckt werden. Es gibt keinen Blödsinn, den der Hund sich nicht einfallen lässt, wenn ihr langweilig ist. Nun gut, natürlich muss ich manchmal schimpfen und bin mit ihr auch sauer, wenn sie mal wieder was angestellt hat. Aber lange kann mit ihr nicht böse sein. Blush

Ein positiver Nebenaffekt ist, dass man so ganz nebenbei mit vielen anderen Menschen in Kontakt und ins Gespräch kommt. Was ich Nachbarn kennengelernt habe, seit ich Yoschi habe, von deren Existenz ich vorher nichts wusste!

Unser Leben hat sich geändert. Aufstehen morgens um 6, weil der Hund raus muss. Mehrfach am Tag Gassi gehen, seinen Tagesablauf auf einen kleinen Hund abstimmen. Es ist nicht immer leicht, aber es lohnt sich.

Ein Hund zu haben ist teuer, das sollte man sich vorher klarmachen. Impfungen, Chippen, Hundesteuer, Hundeversicherung und nicht zuletzt das qualitativ bessere Futter kosten eine Stange Geld, das man auch erübrigen muss.

Für mich und meine Kinder lohnt sich das alles.

Yoschi tut uns und mir gut und wer selbst einen Hund hat weiß, wovon ich spreche.

 

 

Anbei einige Bilder, die meine Freundin für mich fotografiert hat. Vielen Dank an Peggy für die wunderschönen Bilder!

 

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