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Herr G. hatte kurze Arme und einen rudernden Gang. Mich erinnerte er immer an einen Pinguin. Sein Gang war eine eigentümliche Art mit der Schwerkraft umzugehen.
Als ich zum Hausbesuch gerufen wurde, stand Herr G. in Socken auf dem Treppenabsatz und schimpfte. Sein nackter, verschwitzter Oberkörper wölbte sich bedrohlich über die verschlissene Unterhose. Er war unrasiert und roch nach Urin.
„Das ist immer das Gleiche…mit dir konnte ich noch nie reden!“ schrie er ins Treppenhaus, während ihn eine weibliche Stimme besänftigte.
Als Herr G. mich dann aber sah, streckte er mir seine fleischige Hand entgegen. Ich erwiderte seinen Händedruck. Wie immer hatte ich das Gefühl in Gehacktes zu fassen.
„ Guten Tag, Herr Professor…, “ sagte ich freundlich.
„Es hat sich nichts geändert…, “ sagte Herr G. jämmerlich.
„Dann hole ich Ihnen doch am besten gleich den Mantel…,“ sagte ich höflich. Herr G. war einverstanden. Und schon saß er neben mir im Auto und lächelte erleichtert:
„Fahren wir jetzt in die Universität?“
„Natürlich…“ sagte ich. Meine Stimme beruhigte ihn immer.
„Wissen Sie, ich war immer gezwungen unter Dummköpfen zu leben, “ sagte Herr G. „Was dagegen, wenn ich rauche?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Was hatte ich für eine Kindheit?!“ sagte Herr G., während er inhalierte. „Da gab es kein Buch. Und Theater?! Das war ein Fremdwort. Wissen Sie, ich hatte auch nie Freunde… Können Sie sich das vorstellen?“
Ich nickte.
„Aber der dümmste Mensch war meine Mutter, die mich mit ihrer Rente immer am Leben hielt, “ schüttelte Herr G. den Kopf.
Als ich vor dem Landeskrankenhaus stoppte, lächelte er überrascht, als ein Pfleger die Beifahrertür öffnete.
„Ach, da wartet ja schon mein Assistent…“, lächelte Herr G. und liess sich aus dem Auto geleiten.
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