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Die WEB-Evolution trägt in sich eine Art von Demokratisierungs-Keim, den wir so bisher noch nicht kannten. Denn diese Entwicklung fördert die Freiheit der Dilettanten, die spontan und schnell die Dinge beurteilen wollen, aber in diesem Zusammenhang das Wort „Logos“ häufig vergessen. Denn hier im WWW geht es oft genug nur um die schnelle Meinung, der man sich anschliessen möchte, um im Datenuniversum nicht allein zu sein. Denn jeder im Netz hofft auf die Gemeinschaft gleichgesinnter Jünger zu treffen.
Und so gibt es genug „User“, die nur schreiben, um sich sowohl subjektiv, als auch objektiv angeblich jeglicher Verfügbarkeit zu entziehen und sei es durch ein lässig klingendes Pseudonym. Auf den ersten Blick mag das „cool“ erscheinen, aber beim zweiten Blick fragt man sich oft:
Wo bleibt bei dieser Namen-Maskerade die Zivilcourage, wenn sich jeder- „ach, wie gut, dass niemand weiß“- wie Rumpelstilzchen verhält?
Immerhin, bei diesem infantilen Versteckspiel muß sich in friedlichen Zeiten keiner ein Bein ausreißen, wenn er dann gefunden werden will.
Und doch, jedes totalitäre System fühlt sich bedroht, wenn sich die „User“ aus der Anonymität des WEB heraus gegen ein gewalttätiges System wortreich erwehren. Und manchmal fragt man sich:
Vielleicht macht das Schreiben erst Spaß, wenn man unterdrückt wird? Deswegen ist die Freiheit der Dilettanten für die Gesellschaft genauso wichtig wie das Salz in der Suppe.
Denn wer glaubt, dass die gesellschaftlichen Vorgaben eine andere Form von Betriebsanleitung seien, die auch von Robotern erledigt werden könnten, wird in der WEB-Gemeinschaft auf geradezu metaphysische Weise durch die Zustimmung gleichgesinnter Jünger, die auch ihre Individualität vor sich hertragen wie eine Monstranz, erlöst, als würde er, der dilettierende „User“ von Any Warhols Prophezeiung eingeholt:
„In Zukunft wird jeder Mensch für 15 Minuten weltberühmt sein...“
Ich aber frage mich:
Und dann?!
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