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Plötzliche Bekehrungen sind verdächtig. Das weiß ich. Und Konvertiten sind oft unerträglich. Aber, denke ich dann oft, warum sollte das Schicksal nicht auch einmal auf mich zeigen? Denn übersehen kann man mich nicht. Zumal auch ich mich immer danach sehnte das Unerreichbare erreichen zu wollen. Oder sollte ich am Ende nur umsonst geträumt haben?
Denn immerhin träume ich Träume, die sich ständig wiederholen. Und wenn ich oft auch nicht so genau weiß, was sich gerade in meinem Traum abspielt, so kann ich doch an der Handlung nichts ändern. Wenn ich dann aber aufwache, denke ich oft:
Was kann schöner sein als die Wirklichkeit gegen einen Traum einzutauschen? Aber auch vor meinen Alpträumen habe ich keine Angst. Denn wer seine Alpträume zu Papier bringt, wird sie immerhin los.
Denn, denke ich dann, eine anständige, nichtreligiöse Erziehung ist eine gute Methode, um bei einem Kind metaphysische Bedürfnisse zu wecken.
Warum also soll man sein Kind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens nicht so auf die Reise schicken? Denn von Gott kann sowieso jeder daherreden, weil er, dieser Gott, in Wirklichkeit kaum noch einem Menschen etwas bedeutet.
Sie sehen also, ich habe Grund genug zu büßen. Und die Sentimentalität eines Menschen, also auch meine, sollte man nicht unterschätzen.
Denn ist das Ereignis, auf dem die Christen ihre Lehre aufbauen, nicht ohnehin die reinste Sentimentalität? Eine Geschichte nicht nur für schlichte Gemüter, sondern auch ein Trost für die Frauen. Denn dieser Jesus am Kreuz, immerhin ein Mann, konnte sich aus seiner misslichen Lage genauso wenig befreien wie die Frauen. Das verbindet. Nicht nur zur damaligen Zeit.
Vielleicht sollte ich mich für ein paar Wochen in ein altes Kloster zurückziehen? Hier könnte ich mich endlich in Ruhe hinter meinem Schweigen verstecken und behaupten ein Büßer zu sein.
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