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Für meine Familie war ich zeitweise allenfalls ein verbummelter Student. Denn ich weigerte mich so erwachsen zu werden, wie man es für mich vorgesehen hatte. Ich genoss es geradezu meine Unreife auszustellen. Denn ich war der Bohemien unter dem Mansardendach, der sein Leben daran setzte unsterblich zu werden.
Dabei war ich durchaus bereit erfolglos zu bleiben. Aber ich brauchte den Erfolg, um meine zweifelhafte, bürgerliche Existenz aufzuwerten. So wurde ich hin und her gerissen zwischen der Angst zu versagen und dem Größenwahn. Dabei wußte ich immer, was ich wollte.
In dieser Zeit schrieb mir mein Vater nur einen längeren Brief mit dem Grundtenor:
Lange nichts von dir gehört. Du übergehst unsere monatlichen Zahlungen mit Schweigen und ohne Leistungsnachweis. Das können wir ertragen. Aber warum wendest Du Dich von dem ab, was Dir und uns früher immer so wichtig war? Undsoweiter.Undsoweiter.
Mußte ich bei diesem Brief nicht einen leichten Druck hinter dem Brustbein verspüren? Am Ende, dachte ich, sterbe ich noch früher als mein Vater. Denn dieser Mansardenbewohner durchlitt als Student alle Krankheiten, die das Lehrbuch hergab. Vielleicht war das damals für mich eine sinnliche Form Medizin zu studieren.
Schwanger allerdings wurde ich nie.
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