Mittwoch, 17. Januar 2018

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Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche. Im Lauf der Geschichte wurden Buß- und Bettage immer wieder aus aktuellem Anlass angesetzt. Angesichts von Notständen und Gefahren wurde die ganze Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufgerufen.

Aber auch in Zeiten der Verfolgung, wie wir aus der Bibel wissen, kamen die Christen zusammen, um in Einheit Gott anzubeten. In der Apostelgeschichte lesen wir: Die Gemeinde Jesu war allerdings kaum geboren, da gab es bereits den ersten Widerstand. Wir lesen in Vers 1 von Kapitel 4: „Während sie aber zum Volk redeten, kamen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer auf sie zu.“ Die waren alle sehr aufgebracht und empört. Was hatte sie so wütend gemacht?
Sie waren aufgebracht darüber, dass sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten. Die Apostel Petrus und Johannes wurden daraufhin verhaftet und verbrachten als Folge die Nacht in einer Gefängniszelle. Am Morgen wurden sie entlassen mit dem Befehl nicht mehr in dem Namen Jesu zu irgendeinem Menschen zu reden. Wie reagierten die Apostel Petrus und Johannes auf die Einschüchterung durch den Hohen Rat? Sie gingen „zu den Ihren“ – sie suchten ihre Brüder und Schwestern im Glauben auf. So wie wir uns nach besonderen oder schwerwiegenden Erlebnissen an unsere Familie und Freunde wenden, suchten die Apostel die Gläubigen auf, die für sie ihre Familie waren. Und sie gaben ihnen Bericht über alles, was die Priester und Ältesten gesagt und wie sie sie bedroht hatten. Und was taten die Gläubigen daraufhin? Sie beteten! Vers 24: „Und als sie es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott.“
Sie diskutierten nicht und stellten auch keine strategischen Überlegungen an, wie sie sich diesem Verbot der Regierung gegenüber verhalten sollten. Nein, als sie es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott. Sie beteten in Einheit. Sicherlich hatten sie Furcht. Die Kreuzigung war gerade mal zwei Monate her. Wer hätte es ihnen verübelt, wenn sie bei der Nachricht über eine aufkommende Verfolgung angefangen hätten zu debattieren. Man hätte es gut verstehen können, wenn sie sich jetzt beraten hätten, ob nicht vielleicht die Zeit gekommen war, um Jerusalem zu verlassen.
Sie hätten nach Galiläa zu den Frauen und Kindern gehen und dort abwarten können, bis sich die Situation wieder beruhigt hatte, um dann später zurückzukehren. War das die Reaktion der Gemeinde? Nein, sondern die Gläubigen beteten! Ihre Furcht trieb sie zu Gott und zu Seiner starken Hand. Gebet war ihre spontane Antwort auf eine sehr schwere Krise. Ihrem Gebet können wir entnehmen, dass der Glaube an die Allmacht Gottes uns Kraft, Mut und Kühnheit in aller Sorge, Verfolgung und Bedrängnis verleiht.

Im Matthäus Evangelium Kapitel 12, 33ff lesen wir von den guten und schlechten Früchten.
Tun wir Gutes oder Böses. Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. Jesus ermahnt hier:
„Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts.“

Der Apostel Paulus predigt in der Apostelgeschichte auf dem Aeropag zu den Einwohnern Athens: „Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil Er einen Tag festgesetzt hat, an dem Er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass Er ihn (Jesus Christus) auferweckt hat aus den Toten.“

Gemeinsame Bußzeiten waren schon in der Antike bekannt. Theologisch sind sie dreifach begründet. Zunächst als Tage des fürbittenden Eintretens der Kirchengemeinde für die Schuld der Gläubigen vor Gott. Dann soll die Kirche an den Bußtagen ihre Wächterfunktion den Sünden der Zeit gegenüber ausüben. Und schließlich sollten Bußtage dem einzelnen dazu dienen, sein Gewissen vor Gott zu prüfen.   

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von Marion Christa Nickel
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