Dienstag, 16. Januar 2018

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Was hat der Christstollen mit König Herodes zu tun?

Stollen, Striezel, Christbrot sind weitere Namen dieses edlen Weihnachtsgebäckes. Der Christstollen unterstand früher einem kirchlichen Dogma, was unter anderem verbot Milch und Butter zu verwenden. Im Jahre 1470 wurde das Butterverbot aufgehoben und es wurde erlaubt, auch Butter, Milch und feine Zutaten wie Rosinen, Mandeln und Früchte für Stollen bei Zahlung einer Buße zu verwenden. In unserer Zeit gibt es eine Vielzahl feiner Stollensorten.  

Doch was hat dieses Weihnachtsgebäck mit König Herodes und Jesus Christus zu tun? Der Christstollen ist das spezielle Gebäck dieses Tages. Die Form des Stollens soll an in Windeln gewickelte Kinder erinnern. Ursprünglich wurde der Teig vor dem Backen wie Windeln übereinander geschlagen.

Der heutige Tag erinnert an die kleinen Kinder, die der König Herodes in Bethlehem umbringen ließ.

Schon zu Beginn seines Lebens war das Leben von Jesus durch Verfolgung, Missgunst und Tod bedroht. Durch die Weisen, also Sternenkundige oder Astronome aus dem Morgenland, die die Konstellation der Sterne erforschten, erfuhr der König Herodes, dass diese, durch eine Himmelserscheinung, die Geburt eines neuen Königs der Juden erkannt und sich deswegen aus dem Osten auf den langen Weg nach Jerusalem gemacht hatten.

Besondere Himmelsphänomene wurden in vielen Hochkulturen des Altertums auf wichtige historische Ereignisse bezogen. Damals gab es noch nicht die Differenzierung zwischen Astronomie und Astrologie. Das Judentum grenzte sich von antiker Sternenkunde ab und verbot die Anbetung von Gestirnen als Gottheiten, so ist es auch im Christentum. Dennoch fassten auch die Autoren der Heiligen Schrift Himmelsphänomene als Hinweise auf besondere Geschichtsereignisse auf.

Die Weisen kamen aus dem Osten, um dem neuen König der Juden die Ehre zu geben und ihn anzubeten. Am 6. Januar feiern wir zur Erinnerung den Dreikönigstag. König Herodes aber wurde über die  Erkenntnisse der Weisen zu tiefst beunruhigt.
Im Matthäus Evangelium können wir es nachlesen: „Als Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen wo der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Fürst hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.“

Er erkannte sofort seine Machtstellung als König gefährdet, denn schon im Buch Jesaja im Alten Bund steht die Weissagung, dass der Messias Israels in Bethlehem geboren werden würde.
König Herodes  galt als äußerst brutaler, misstrauischer und willkürlicher Herrscher. Er ließ auch die Söhne seiner leidenschaftlich geliebten Ehefrau Mariamne töten und später auch sie selbst, weil er sich vor Intrigen und Thronverlust fürchtete.  

Herodes rief die Sterndeuter heimlich zu sich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen war; und er sandte sie nach Bethlehem und sprach: "Zieht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, so lasst es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete!"  
Und als sie den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war. 
Als sie nun den Stern sahen, wurden sie hocherfreut;  und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. 
Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.  

Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig. Um sicher zu gehen, den möglichen Konkurrenten und Thronfolger Jesus Christus zu beseitigen, ließ er alle männlichen Kinder von Bethlehem und Region im Alter bis zu zwei Jahren umbringen.   

Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, der spricht: „Eine Stimme ist in Rama[Ort im Grenzland zwischen Juda und Israel] gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.“ Matthäus Evangelium 2,18.  

Josef aber war durch einen Engel im Traum gewarnt worden und war zum Zeitpunkt der Razzia durch die Soldaten mit seiner kleinen Familie bereits auf der Flucht nach Ägypten. Er und seine Familie kehrten von Ägypten erst nach dem Tod des Herodes wieder zurück und ließen sich in Nazareth nieder.

Früher war es üblich, den Christstollen erst am 28. Dezember anzuschneiden. In manchen Gegenden ist es Brauch einen Stollenlaib bis zum Osterfest aufzubewahren. So weist der Stollen sowohl auf die Geburt von Jesus hin als auch auf sein Sterben. 

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von Marion Christa Nickel
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