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Wie jeden Tag, so auch heute – ich war mit dem Radl unterwegs. Blauer Himmel, kein Lüftchen bewegte die Landschaft. Es war nicht kalt und auch nicht warm – trotzdem, ein Novembertag wie selten schön . . .
Braune Schollen auf umgepflügtem Acker, kleine grüne Zipfel von darunter gearbeiteten Zwischenfrüchten . . . und da saß er, oder sie? Still und schön und stolz und . . . irgendwas stimmte da nicht.
. . . irgendetwas stimmte da nicht. Der Bussard, er schaute mich an, dann wieder weg, hob stolz sein Gefieder – nur ein Flügel, ja tatsächlich nur ein Flügel wollte fliegen. Er lief, stolperte, er lief und stolperte . . .
Eine Decke vom nächsten Nachbarn, eine Schachtel, ein sanfter Griff. Meine Radltour war vorbei, mein Auto stand bereit, mein Tierarzt leistete erste Hilfe – letzte Hilfe.
Ja so war das heute. Eigentlich ein schöner Tag. Aber er sollte wohl nicht schön bleiben. Ich konnte ihm nicht mehr helfen, wir konnten ihm nicht mehr helfen. Der Flügel war gebrochen. Die Stelle so ungeschickt, so schlecht, dass keine Hilfe mehr möglich war.
Ein Bussard, ein Vogel der Wildnis, ein Vogel der nicht mehr fliegen kann . . .
Ja, er wurde erlöst, er wurde eingeschläfert. Hätte er verhungern sollen? Oder der Fuchs ihn holen? Vögel wollen fliegen, Vögel sollen fliegen . . .
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