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Er war ein Türmer mit Leib und Seele. " Sein " Turm, der Daniel von der St. Georgskirche, war sein zweites Zuhause. " Manchmal fühle ich mich hier oben wie ein kleiner König ", so sprudelte es von seinen Lippen und seine Augen glänzten. Wie sagt man: wes das Herz voll ist des geht der Mund über . . . das war Karl Wild.
Er kannte alle Geschichten in um Nördlingen und besonders genau die vom Turm Daniel. Er war manchmal verzweifelt wenn man die Vergangenheit nicht wahrheitsgetreu und präzise den Besuchern erzählte.
Das Erzählen, Auskunft geben über all die vielen geschichtsträchtigen Gebäude in Nördlingen, die Entstehung des Rieses, den Meteoriteneinschlag, die Entstehung und das Wachsen und Werden des Daniels, und vor allen Dingen das Leben der Türmer im Daniel - das alles müssen die Türmer wissen und den zig tausend Besuchern erzählen können . . . und Karl Wild konnte das.
" Ein Türmer im 18. Jahrhundert ließ den Turm verwahrlosen. Daraufhin wurde ihm sein Lohn nicht ausbezahlt. Ein anderer Türmer hat damals seinen Posten aufgegeben weil zweimal der Blitz in die Turmspitze einschlug - er hatte Angst und ist buchstäblich getürmt " . . .
bei all diesen Erzählungen und ganz besonders bei den Geschichten um den Daniel und die Stadt aus dem Mittelalter strahlten seine Augen, sein Leib und seine Seele . . .
Heute wird er zu Grabe getragen - und seine Kollegen, die Turmwächter der Stadt Nördlingen geben ihm die letzte Ehre als Sargträger.
PS. Ich bin ihm im letzten Jahr bei meinen vielen Turmbesteigungen sehr oft begegnet und habe diesen großartigen Botschafter unserer Stadt schätzen gelernt.
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