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Ja damals, früher – anno dazumal . . . als Kind – oh mein Gott, der Friedhof flößte uns Kindern immer Angst und Schrecken ein. Dieser Ort war ein Ort der Geister, der Begegnungen und nächtlicher Tänze der Toten. Einen großen Bogen machten wir um ihn. Eine riesige Mauer umgab und umgibt noch heute diesen eigentlich sehr stillen Ort. Früher wurden abends die Tore verschlossen – früher . . .
. . . und heute? Heute ist alles ganz anders. Das Tor, die drei Tore sind immer offen, am Tag und auch des Nachts. Leben, ja Leben ist heutzutage auf unserem Friedhof. Dieser stille Ort ist sehr oft ein Ort der Begegnung. Man trifft sich rein zufällig auf dem Weg in die Stadt mit vollen Einkaufstaschen und mit den neuesten Nachrichten aus dem Städtle – denn
. . . mein/unser Wohngebiet liegt am Fußes des „Totenberges“ am Emmeramshügel. Der Weg in die Stadt ist durch unseren Friedhof eine enorme Abkürzung. Wir umrunden praktisch im Friedhof diesen Emmeramsberg.
Winter - im weißen Mantel des Schweigens Am Emmera(m)nsberg 6,
irgendwie zieht mich dieses kleine und sicher sehr alte Häuschen auf dem Nördlinger Friedhof immer wieder in seinen Bann. In der Jahreszeit des Winters umhüllt sich das stumme Denkmal einer längst vergangenen Zeit mit einem weißen Mantel des Schweigens.
Was war der Sinn und Zweck - damals? Ich hab mich schlau gemacht und nachgefragt. Vorhin erhielt ich diese Mail:
„Liebe Heidi
Zu Deiner Frage: Dr. Sponsel und ich suchen immer noch wegen dieses Hauses. Ich habe einmal in den Beerdigungsbüchern den Hinweis gelesen "am Gebeinehaus/Beinerhaus". Die Hausnummer 6 existiert nicht in den Einwohnerbüchern. Wir beide gehen aber davon aus, dass früher mal hier Gebeine lagen, später wurde es dann eine Gartengeräte-Unterkunft.
Aber man muss sagen, dass dies ein sehr altes Haus ist. Schau Dir mal die hölzernen Bolzen an, die die Balken sichern. Wir werden auch ein dentrologisches Gutachten noch erstellen lassen, dass wir das Baujahr feststellen können. Jedenfalls gehen unsere Bemühungen in Richtung des Erhaltes dieses alten Häuschens.
Herzliche Grüße und weiterhin "Gut Licht". Siegfried“ . . .
Danke Siegfried, also damals vermutlich im Mittelalter ein Aufbewahrungsort für die Toten. Ist schon gruselig . . . damals – aber heute nicht mehr.
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