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Für die evangelischen und auch für die katholischen Bürger in Nördlingen ist dieser Feiertag eigentlich ein ganz wichtiger Abschnitt in der Wandlung der Konfessionen. Bei unserer wunderbaren, spätgotischen Hallenkirche St. Georg, mit seinem 90 Meter hohen Kirchturm Daniel, war die Grundsteinlegung am 17.10.1427 als katholische Pfarrkirche.
Im Zuge der Reformation wurde die Kirche in den Jahren 1523/1525 zur evangelischen Stadtkirche.
Der Tag der Reformation wird von den evangelischen Christen am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert. Der Mönch und Theologieprofessor soll einen Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 an die Türe der Schloßkirche zu Wittenberg die 95 Thesen zu Ablass und Buße in lateinischer Sprache angeschlagen haben. Dadurch leitete Martin Luther die Reformation der Kirche ein. Vorher hatte er seine 95 Thesen in Briefform mehreren geistlichen Würdenträgern zugesandt. Diese zeigten aber keine Reaktion.
Im Kern bestritt er die Ansicht, dass durch eine Geldzahlung eine Erlösung von den Sünden möglich sei.
Nur in 5 von 16 Bundesländern ist der Tag der Reformation ein Feiertag. Warum eigentlich nicht in allen Bundesländern? In Bayern sind jetzt Herbstferien und die Eltern nehmen sich vielleicht Urlaub. Sehr viele Berufstätige nehmen diesen Tag in diesem Jahr als freien Tag, als Brückentag zwischen Allerseelen und Allerheiligen. Trotzdem, als richtiger Feiertag würde er sicherlich mehr beachtet und über seinen Inhalt nachgedacht werden.
Es passt nicht so richtig zum Thema Reformation. Mir ist es aber trotzdem wichtig: wenn ich so zurückblicke - in meiner Kindheit waren alle Schulen streng nach den Konfessionen und nach den Geschlechtern getrennt. Da gab es die evangelische und auch die katholische Bubenschule. Ja und dasselbe galt auch für die Mädchenschulen. Tatsächlich sollte man sich früher nicht in einen Partner der anderen Konfession verlieben. Das Heiraten, nein das ging schon überhaupt nicht. Gott sei Dank haben sich die Zeiten gründlich verändert. Inzwischen ist viel geschehen, sehr viel Positives. Unsere Kirchen in Nördlingen feiern gemeinsam Feste und Bräuche, Hochzeiten und Jubiläen. Die Ökumene hat uns zusammengeführt. Irgendwann werden wir gemeinsam auch das Abendmahl feiern - irgendwann . . .
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