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Der ARD-Bericht über die schlechten Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern bei Amazon betraf vor allem das hessische Logistik-Zentrum in Bad Hersfeld. Doch auch die Arbeitsbedingungen für ausländische Saison-Billiglöhner in Graben im Landkreis Augsburg stehen in der Kritik.
Dabei darf nicht übersehen werden, dass Amazon in Greater Augsburg seit 2011 ein kleines Job-Wunder ausgelöst hat. Mehrere tausend niedrig Qualifizierte haben in Graben Arbeit gefunden. Sie können, wenn Sie einen dauerhaften Arbeitsplatz haben, selbst für ihr Leben sorgen, statt staatliche Transfers wie Hartz-IV-Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Amazon ist somit ein großer Gewinn für die Region Augsburg. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der ARD-Bericht das Image von Amazon angekratzt hat.
Und die Berichte über die offenbar schlechten Bedingungen für Saisonarbeiter werden tiefgreifende Folgen für den US-Onlinehändler haben - wenn die Kunden dies nur so wollen.
Denn unsere Marktwirtschaft funktioniert auch in diesem Fall ganz einfach. Wer nicht möchte, dass ausländische Leiharbeiter von Amazon mies behandelt werden, kauft eben woanders. Die Auswahl ist riesig - im Internet und in den Einkaufsstraßen der Städte.
Und wenn Amazon den Käuferstreik spürt, wird das Unternehmen reagieren. Dann wird es nach menschenfreundlicheren, innovativen Wegen suchen, seine Produkte rasch, zuverlässig und preiswert zu liefern. Das Urteil von König Kunde muss Amazon viel mehr fürchten als die Reaktion der Politik.
Denn die schafft es ja schon seit Jahren nicht, die Steuertricksereien globaler Internetfirmen zu beenden. Amazon, Google oder Apple zahlen in Deutschland trotz Milliardenumsätzen kaum Unternehmenssteuern. Im Falle von Amazon gelingt dies mit einer Europa-Holding in Luxemburg. Das ist der eigentliche Skandal.
Ändern könnte dies eine gemeinsame Initiative der Industrieländer (G 20). Doch wer glaubt schon, dass der schwerfällige internationale Politikbetrieb die Konzerne das Fürchten lehrt? Nein, das können die Kunden besser.
P.S.: Der Augsburger Weltbild-Verlag, im Buchversandgeschäft Mitbewerber von Amazon, zahlt seine Unternehmenssteuern in Deutschland.
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