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Mehr als sechs Millionen Euro haben Bayerns Staatsregierung, Stadt und Stadtsparkasse Augsburg für den Bau der neuen brechtbühne ausgegeben. Ist das gut investiertes Geld für eine Übergangsspielstätte, die nach höchstens 15 Jahren wieder abgerissen wird?
Die Frage muss erlaubt sein. Gerade weil die hoch subventionierte Kultur nur das erweiterte Bildungsbürgertum erreicht. Und dennoch lautet die Antwort: Ja, sicher.
Denn das Theater ist einer dieser weichen Standortfaktoren, die wichtig sind für die Entwicklung von Greater Augsburg. Studenten und hochqualifizierte Arbeitskräfte, die immer rarer werden, entscheiden sich nicht nur für die Mitarbeit in einem Unternehmen, weil sie das Gehalt und die Karriereperspektiven interessieren. Sie schauen auch, ob die Lebensqualität attraktiv ist. Eine schöne, lebendige Stadt, Freizeitmöglichkeiten im Umland, Restaurants, Museen und eben ein Theater, das anspruchsvoll unterhält.
Allein die 30. Bayerischen Theatertage, die erstmals seit 1985 (!) wieder in Augsburg stattfinden, sind schon ein Gewinn, der nur dank der neuen brechtbühne möglich wurde. Mehr als zwei Wochen lang schauen Kultur-Bayern und viele Medien nach Augsburg. Die Stadt wird zur großen Bühne. Und die Schauspieler beginnen mit der Tilgung der Millionen. Ihre Währung heißt Aufmerksamkeit.
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Niemand schafft mehr Aufmerksamkeit für Augsburg als der FCA. Auch das Theater nicht. Wer die überregionale Medienberichterstattung verfolgt, der bemerkt: Wenn es um Augsburg geht, spielt der Bundesligist die Hauptrolle. Auch wenn das Saisonfinale durch den überraschenden Abgang von Trainer Jos Luhukay zum Drama wurde.
Mit Luhukay und Manager Andreas Rettig haben zwei Profis die lokale Fußball-Bühne verlassen, die einen tollen Job gemacht haben, sich aber nur auf Zeit für Augsburg interessierten. Mit Präsident Walther Seinsch, Geschäftsführer Peter Bircks und Sportmanager Manfred Paula bleiben regionale Macher, die viel Leidenschaft für den FCA bewiesen haben. Sie haben Vertrauen verdient.
Und warum sollte der Klub nicht im Sommer mit einem jungen, dynamischen Trainer seine Erfolgsgeschichte fortsetzen? Für das Selbstvertrauen von Greater Augsburg wäre das wichtig. Viele Menschen identifizieren sich mit dem Verein. Er ist ein wichtiger weicher Standortfaktor.
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Wenn im Schnitt 30.000 Fußball-Fans zu den FCA-Spielen in die SGL-Arena pilgern, dann passieren viele von ihnen ein riesiges Baufeld östlich des Stadions. Sie sehen Betonteile und Kräne, Stahlskelette und Baulöcher. Viele Fans wissen vielleicht gar nicht, dass auf diesem Gelände an der wirtschaftlichen Zukunft Augsburgs gewerkelt wird.
Dort entstehen Forschungsinstitute und ein Technologiezentrum. Das Ganze wird in einigen Jahren zum Innovationspark Augsburg. Bis zu 5.000 Menschen sollen dort einmal arbeiten. Ihr Tätigkeitsfeld sind Zukunftstechnologien wie Leichtbau, Mechatronik, IT, Ressourceneffizienz und Umweltforschung.
Es ist schade, dass Stadt und Unternehmen diese vielversprechende Wirtschafts-Bühne der Region nicht besser vermarkten. Wie wäre es mit einem riesigen Plakat oder einer Leuchtinstallation mit der Botschaft: Hier entsteht Augsburgs Zukunft! Wirtschaft und Arbeitsplätze gehören zu den harten Standortfaktoren von Greater Augsburg. Sie haben mehr Aufmerksamkeit verdient.
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