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Die aktuellen Rückschläge schmerzen: Der Strukturwandel in einigen Industriebranchen vernichtet gerade etwa 1200 Arbeitsplätze in Greater Augsburg. Das jüngste Beispiel ist Osram.
Der Wirtschafts-Chef unserer Zeitung, Stefan Stahl, hat in dieser Woche sehr kundig beschrieben, warum die Produktion von Energiesparlampen in Augsburg und damit auch das Zulieferwerk in Schwabmünchen eine unsichere Zukunft haben. Die deutschen Verbraucher mögen das kalte Sparlicht einfach nicht. Und als Leuchtmittel der Zukunft wird sich die LED-Technologie durchsetzen. Dummerweise sind die hiesigen Werke auf Energiesparlampen spezialisiert. Die Folge: Osram baut mehr als 400 Arbeitsplätze in der Region ab. Die LED-Jobs bei Osram in Regensburg bleiben erhalten.
Zuvor hatte der erfolglose Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks angekündigt, die Niederlassung in Augsburg-Haunstetten mit 100 Arbeitsplätzen zu schließen. Und der Druckmaschinenhersteller Manroland setzte nach Insolvenz und Verkauf gleich 750 Menschen in Augsburg vor die Tür.
So brutal sind die Gesetze der Wirtschaft. Und manch ein Manager wünscht sich noch härtere Bandagen. Der Vorstandschef des ebenfalls taumelnden Manroland-Wettbewerbers Heidelberger Druckmaschinen, Bernhard Schreier, sagte der Zeitung Die Welt: "Das beste wäre gewesen, wenn Manroland aus dem Markt verschwunden wäre."
Etwa 1400 verbliebene Mitarbeiter in Augsburg sehen das anders. Sie werden um ihr Unternehmen und den Produktionsstandort kämpfen. Konkurrenten wie der gefühlskalte Herr Schreier aus Heidelberg sollten sich warm anziehen.
Im übrigen zeigt der Verlust dieser 1200 Arbeitsplätze durch den Strukturwandel, wie wichtig es für Greater Augsburg ist, in neue Zukunftstechnologien wie Mechatronik, Umwelttechnologie und die Herstellung von Faserverbundwerkstoffen zu investieren. Auf dem Innovationspark Augsburg, der einmal bis zu 5000 Menschen Arbeit bieten soll, ruhen viele Hoffnungen.
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Und weil dieser Festival-Tage Bertolt Brecht in Augsburg allgegenwärtig ist, soll er zum Thema Wirtschaft und Arbeitslosigkeit das letzte Wort haben. In seinem Gedicht "Alfabet" schrieb der Augsburger Künstler 1934:
"Reicher Mann und armer Mann.
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."
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Es gibt auch eine gute Nachricht. Nach fast einem Jahr Umbauzeit wird das Augsburger Nobelhotel Drei Mohren Mitte März wieder eröffnen. Rechtzeitig zur wichtigen Schleiftechnikmesse Grindtec stehen genügend renovierte Zimmer zur Verfügung. Parkgarage und Teehalle brauchen einige Wochen länger bis zur Eröffnung.
Für das Hotel endet damit eine leidensvolle Umbauzeit, die viele Monate länger dauerte als geplant. Positiv ist, dass der Betreiber Arcona trotz des Einnahmeausfalls keine Mitarbeiter entließ. Nur auf ihr Trinkgeld mussten die etwa 70 Angestellten während der Sanierung verzichten.
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