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Das Online-Angebot Bild.de hat am Donnerstag nach dem Amoklauf in einer Ansbacher Schule entschieden, einen Twitter-Feed (#ansbach) auf der Startseite einzubinden. Das war sehr mutig und innovativ. Aber es war genauso falsch. Denn Twitter ist zwar ein faszinierendes Tool. Jeder Nutzer kann in rasender Geschwindigkeit seine Meinung und Wahrnehmungen veröffentlichen. Aber der Wahrheitsgehalt des Gezwitschers ist schwer zu überprüfen. Wer auf Twitter ein aktuelles Geschehen verfolgt, der weiß das. Er muss selbst entscheiden, welche Informationen relevant sind. Und welche einfach schwachsinnig. Die Wahrscheinlichkeit, bei Twitter auf vertrauensunwürdige Quellen zu stoßen, ist groß. Das ist der Unterschied zu professionellen Medien. Wir Journalisten haben die Pflicht, glaubwürdig zu sein. Das ist ein Berufs-Ethos. Wir müssen für unsere Leser bewerten und einschätzen. Deshalb sind Medien-Websites ein Leuchtturm im unübersichtlichen Kosmos Internet. Wenn Medien ungeprüfte Twitter-Feeds einbinden, dann geben sie diesen Qualitäts-Anspruch auf. Und gehen irgendwann im Internet unter. Weil sie sich nicht mehr von Twitter & Co unterscheiden. Twitter ist toll. Wir Journalisten müssen es nutzen und die Informationen der Zwitscherer aufnehmen, um sie zu bewerten. Die guten Infos ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen… Die Augsburger Allgemeine lädt alle Nutzer ein, im Mitmach-Portal Servus eigene Geschichten zu veröffentlichen. Wer sich registriert, wird zum Leserreporter. Dieses kontrollierte Vertrauen haben unsere Nutzer bislang nie missbraucht. Auch deshalb sind wir stolz auf unsere Servus-Nutzer. Bild.de hat den Twitter-Feed übrigens nach einigen Stunden wieder abgeschaltet. Weil Twitterer die Chance genutzt haben, die Bild-Zeitung in diesem Feed zu beschimpfen. Das hat den Bild-Journalisten nicht gefallen. Pech gehabt. So fühlen sich Pleiten an. Ergo: Innovation ist gut, aber besser ist es, das Internet zu verstehen.
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