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Im Januar reihen sich die Neujahrsempfänge wie Perlen auf der Kalenderkette. Zwischen Aichach und Schwabmünchen laden Politik und Wirtschaft ein, um auf das hoffentlich erfolgreiche Jahr 2012 anzustoßen. Das sind nette Termine, auf denen man sich trifft, gemeinsam über den Bundespräsidenten spottet oder einfach nur ungezwungen plaudert.
Wenn die Parteien aus Greater Augsburg einladen, ist es aber auch spannend zu beobachten, wer aus München, Berlin oder Brüssel erscheint, um der lokalen Politik überregionalen Glanz zu verleihen. Das gilt als eine Art Gradmesser für das aktuelle Ansehen der regionalen Verbände bei der Mutterpartei.
Um die Beliebtheit der Augsburger CSU scheint es demnach nicht gut zu stehen. Zwar sprach Bundestags-Vizepräsident Eduard Oswald auf dem Neujahrsempfang im Augsburger Rathaus. Der leutselige Nachbar-Politiker aus Dinkelscherben ist der derzeit hochrangigste Staatsmann der Region.
Doch die CSU-Minister aus Berlin und München machten in diesem Jahr einen weiten Bogen um ihren kleinsten und wohl zerstrittensten Bezirksverband.
Dabei sind sie eigentlich gerne in unserer Gegend. Sozialministerin Christine Haderthauer war erst am Donnerstag in Augsburg und besucht am 29. Januar den Neujahrsempfang der Kreis-CSU in Krumbach. Finanzminister Markus Söder gibt am 1. Februar einem Wirtschaftsverband die Ehre und spricht im Augsburger Audi-Zentrum.
Nur auf die örtliche CSU hatten sie offenbar keine Lust. Die ständigen Querelen und die hässliche Spaltung der Stadtratsfraktion wirkt offenbar nach. Da kann der fleißige, aber ebenso bedauernswerte Augsburger OB Kurt Gribl noch so häufig betonen: "Augsburg hat einen Lauf". Das mag stimmen, aber auf seinen Bezirksverband trifft das nicht zu.
Die SPD-Stadtratsfraktion hat da mehr Glück. Am Sonntag schmückt Christian Ude, Münchner Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013, ihren Neujahrsempfang im Augsburger Rathaus. Udes Auftritte sind begehrt, weil er derzeit wirklich einen Lauf hat.
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Die geplante deutsche Energiewende, Folge der Atomkatastrophe in Fukushima, führt zu heftigen Diskussionen in Greater Augsburg. Für den Ausstieg aus der Kernkraft sind offenbar alle. Doch der alternative Einsatz umweltfreundlicher, weil erneuerbarer Energien stößt auch auf stetigen lokalen Widerstand.
Kaum hat sich der Streit um die surrenden Windkrafträder in Pöttmes dank kluger Bürgerbeteiligung gelegt, lehnen einige Gemeinderäte größere Photovoltaik-Anlagen auf ihren Fluren ab. Zuletzt entschied sich Adelsried aus Sorge um den hohen Flächenverbrauch gegen die Nutzung eines Feldes mit Solarenergie-Modulen an der Autobahn.
Und in Augsburg ballt sich Widerstand gegen ein geplantes Wasserkraftwerk am Hochablass. Die Gegner führen Zweifel über die Wirtschaftlichkeit an und fürchten vor allem den Verlust eines hübschen Lech-Wasserschleiers in dem dortigen Naherholungsgebiet.
Irgendwie haben alle Einwände gegen die Nutzung der Naturkräfte zur Energiegewinnung an genau diesen Standorten auch ihre Berechtigung.
Doch ein Ja zu regenerativen Energien, aber nicht vor unserer Tür – das ist wie "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass". Der gewünschte Ausstieg aus der Atomkraft wird mit dieser Haltung nicht gelingen.
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