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Es sind schwierige Zeiten für die Medien. Egal ob Fernsehen, Radio oder Print. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Branche voll erfasst. Die Werbegelder sitzen nicht mehr so locker. Und dann ist da noch das Internet, das allen zu schaffen macht. Dieses Universal-Medium kann – ein Breitband-Anschluss vorausgesetzt – fast alles. Es wandelt sich zum Fernseher, zum Radio, zur Zeitung. Alles in einem. Und vor allem kostenlos. Während der Leser wie selbstverständlich für seine Tageszeitung bezahlt, erwartet er online die Informationen gratis. Seit gestern diskutieren Verleger und Manager auf den Münchner Medientagen über neue Strategien und Geschäftsmodelle in der digitalen Welt. Es ist die wichtigste Nabelschau der Informations- und Unterhaltungsbranche. Und eines wurde gleich zum Auftakt deutlich: Das Internet fügt der lange Zeit heilen Welt der Medien immer tiefere Kratzer zu. Dabei ist es nicht die erste Branche, die von der Digitalisierung herausgefordert wird. Der Absturz der Musikindustrie begann mit Kostenlos-Tauschbörsen wie Napster. Die Reise-Branche hat sich durch Online-Buchungen verändert. Und der Niedergang von Quelle hat auch damit zu tun, dass die Manager zu spät verstanden, dass die Zukunft des Versandhandels im Internet liegt. Ob auch die Zukunft der Medien und damit des Journalismus allein im Internet liegt, darf bezweifelt werden. Niemand weiß heute, wie und wo wir übermorgen Zeitung lesen. Nur eines ist gewiss: Der Journalismus bleibt weiterhin wertvoll. Er wird in unserer immer unübersichtlicheren Welt sogar dringend gebraucht. Journalisten geben Orientierung, erklären Hintergründe, decken Skandale auf, die sonst unter der Decke blieben. Es ist die gesellschaftliche Aufgabe von Reportern und Redakteuren, den Mächtigen auf die Finger zu schauen. Die Demokratie braucht glaubwürdige, unabhängige Medien. Und die benötigen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine gesicherte Finanzierung. Die Qualität des Journalismus darf nicht konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt sein. Deshalb ist es für uns alle wichtig, dass Verleger und Medien-Unternehmer neue, digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Dabei müssen sie in alle Richtungen denken. Und auch die Gratis-Mentalität im Internet in Frage stellen. Ich habe das Thema schon in einem vorherigen Blog aufgegriffen: "Für lokale Online-News bezahlen?" Warum sollen Online-Nutzer, die für Job-Netzwerke oder Klingeltöne gerne zahlen, nicht auch bereit sein, eine Flatrate für hochwertige Informationen zu zahlen? Nur wenn die Medien es schaffen, ihre Inhalte auf allen Kanälen auch zu refinanzieren, können sie die Qualität des Journalismus gewährleisten. Was meinen Sie?
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