Übersicht
|
Meistgelesen
|
Bestbewertet
|
Meistkommentiert
Ein Preis für den Ausstieg aus der Atomkraft ist die "Verspargelung" der Landschaft - auch unserer Landschaft in Greater Augsburg. Es wird nicht mehr lange dauern, dann drehen sich zahlreiche Windräder zwischen Aichach und Zusmarshausen.
Sie rotieren dann auf Türmen, die nicht schön, aber zum Teil mehr als 140 Meter hoch sind. Zum Vergleich: Der Perlachturm misst 70 Meter. Die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen sind 160 Meter hoch. Zum Glück werden es nicht so viele Rotoren sein wie in Norddeutschland, wo der Wind kräftiger bläst und die Flügel-Kraftwerke von fast jedem Hügel winken.
Die ersten Anlagen werden vermutlich im Landkreis Aichach-Friedberg errichtet. In der Nähe von Pöttmes sind drei "Bürgerwindräder" geplant. Mehr als 100 Klein-Investoren - aus Pöttmes, aber auch aus Friedberg, Meitingen oder Augsburg - kaufen Anteile an den Türmen und wollen damit Geld verdienen. Das Geschäftsmodell "Bürgerwindrad" hat den örtlichen Widerstand gegen die wenig geliebte, aber notwendige alternative Energieproduktion gebrochen. Wenn die Landschaft schon "verspargelt" wird, dann sollen wenigstens die Menschen vor Ort mit der Energiewende Geld verdienen.
***
Ein Gespräch mit einem Augsburger Klein-Unternehmer. Er erzählt von den Plänen, seine Firma in den neuen Sheridanpark im Westen Augsburgs zu verlegen. Doch dann beunruhigte ihn die Diskussion über die Erhöhung der städtischen Gewerbesteuer. Jetzt prüft er ein Grundstücksangebot aus dem nahen Stadtbergen. Dort liegt der Gewerbesteuerhebesatz schon heute deutlich unter dem Augsburgs.
***
Die Augsburger Straßenbahn ist ein gutes Beispiel für die inneren Zusammenhänge in der Region. Stadtbergen ist dank der städtischen Tram-Linie 3 verkehrlich bestens mit Augsburg verbunden. Das ist ein wichtiger Standortvorteil. Weil die Linie wegen des Augsburger Königsplatzumbaus für mehr als ein Jahr unterbrochen wird, investiert jetzt auch Stadtbergen 1,5 Millionen Euro in die Erneuerung von Gleisen und die zentrale Haltestelle.
Schade ist, dass die Augsburger Tramlinien nicht auch nach Königsbrunn, Friedberg und Gersthofen fahren. Hier ist jeweils vor den Stadtmauern Endstation. Busse brechen den Verkehr - zum Verdruss der Fahrgäste. Wenn man sich vor Weihnachten etwas für Greater Augsburg wünschen dürfte, wäre das die Verlängerung der Straßenbahnen bis ins Herz dieser Nachbarstädte.
***
Über das Ausscheiden von Manager Andreas Rettig beim FC Augsburg ist in den letzten Tagen viel diskutiert worden. Fakt ist, dass Rettig Augsburg mit seiner überregionalen Popularität und dem Aufstieg den Glanz der Fußball-Bundesliga nach Greater Augsburg gebracht hat. Fakt ist auch, dass der lebensfrohe Rheinländer mit den manchmal skeptischen Augsburgern menschlich fremdelte. Vielleicht ist es für beide Seiten gut, dass man sich trennt. Ein Denkmal wird man ihm wohl nicht bauen. Spötter behaupten, wir Augsburger würden uns schon über Größe und Standort heillos zerstreiten.
Beitrag
kommentieren
| bewerten: