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Anlässlich eines Neujahrsempfangs im Landratsamt Augsburg habe ich einen Vortrag gehalten, bei dem es auch um eine Zukunftsvision für Greater Augsburg ging. Auf Wunsch von Gästen aus Stadt und Land stelle ich diesen Teil der Rede online.
Vorausgeschickt habe ich auf dem Empfang zwei Warnungen:
Erstens: Vorhersagen sind schwierig, gerade wenn sie die Zukunft betreffen.
Zweitens: Den folgenden Zeilen fehlt es manchmal, aber nicht immer an der nötigen Ernsthaftigkeit. Also bitte, nehmen Sie es mit Humor!
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Wir schreiben das Jahr 2030. In der Augsburger Allgemeinen erscheint die 1000. Kolumne Greater Augsburg. Ich darf Sie Ihnen heute exklusiv vorlesen:
Am Rande des Championsleague-Finales Real Madrid gegen den FC Augsburg haben sich im Moskauer Zentralstadion der Augsburger Oberbürgermeister und Spitzenpolitiker der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg mit Managern des größten russischen Maschinenbau-Unternehmens getroffen.
Die Oligarchen planen, einen Produktionsstandort nach Greater Augsburg zu verlegen. Bobingen, Gersthofen oder Friedberg – völlig egal. Hauptsache Greater Augsburg. Weil: So viele gut qualifizierte Mechatroniker und Faserverbund-Spezialisten wie bei uns finden sie auf der ganzen Welt nicht.
Der Russen-Coup wird die zweitgrößte Firmenansiedlung in der Region nach der Gründung des europäischen Boeing-Werkes in Königsbrunn vor wenigen Jahren.
Die Wirtschaft in der Region brummt. Forschung und Anwendung von Faserverbundwerkstoffen, Mechatronik und Umwelttechnologie in Greater Augsburg haben Weltruf erlangt.
Der dritte Innovationspark wird derzeit in Stadtbergen geplant. Wegen der dynamischen Wirtschaftsentwicklung gibt es in Augsburg keine geeigneten Flächen mehr. Land und auch die Stadt melden Vollbeschäftigung – Arbeitslosigkeit war gestern.
Der Schlüssel zu diesem Aufschwung war eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Politik und Wirtschaft. Nach mehreren vergeblichen Versuchen haben Wissenschaftler und Praktiker es geschafft, eine gemeinsame Sprache zu finden, gemeinsame Ziele zu definieren und sie beharrlich zu verfolgen.
Szenenwechsel: In der historischen Augsburger Innenstadt drängen sich immer mehr Touristen aus aller Welt. Dank geschickten Marketings hat sich die Stadt zu einem populären Kultur-Magneten entwickelt.
Die kluge Verbindung der Themen Mozart, Brecht, Fugger und Frieden - verknüpft mit moderner Gegenwartskunst und dem Image der nördlichsten Stadt Italiens – zahlt sich aus. Augsburg ist heute mehr als ein touristischer Geheimtipp.
Davon profitiert auch das Umland mit seinen Seen, Wäldern und Freizeitparks wie dem Legoland in Günzburg oder dem historischen Römerlager Mansio bei Zusmarshausen.
Nicht alle Augsburger sind mit der steigenden Touristenzahl glücklich. Ein heftig umkämpfter Bürgerentscheid, der den Zustrom von Besuchern begrenzen wollte, scheitert knapp.
Der Einzelhandel in der Region ist mit seinen steigenden Umsätzen sehr zufrieden. Die Kombination aus attraktiven, hochwertigen Geschäften in der Augsburger Innenstadt und ergänzenden Einkaufszentren im Umland lockt zunehmend mehr Münchner an.
In der Isar-Stadt hört man immer mehr Menschen leise sagen, das Beste an München sind die A8 und der ICE nach Greater Augsburg.
Eine neue dreistöckige Tiefgarage unter dem Augsburger Rathausplatz hat alle Parkplatzprobleme gelöst. Die Augsburger Tramlinien fahren inzwischen auch ins Herz der Städte Friedberg, Gersthofen, Neusäss und Königsbrunn. Auch die Menschen aus dem Umland kommen nun gerne zum Einkaufen nach Augsburg.
Gute Erfahrungen machen die Stadtwerke mit den neuen Roboter-Schaffnern, die vom lokalen Dax-Konzern KUKA Systems entwickelt wurden. Die Fahrgäste sind von den stets freundlichen digitalen Tram-Piloten begeistert.
Nach der Übernahme einiger weiterer Medienhäuser wird die Augsburger Allgemeine zur größten Zeitung Deutschlands. Die Kolumne Greater Augsburg wird eingestellt.
Der Kolumnist schreibt: Alle Ziele sind erreicht. Greater Augsburg boomt, die Menschen strotzen vor Zuversicht. Anschließend fährt der Journalist mit dem Auto zu Freunden in den südlichen Augsburger Landkreis. Er steht im Stau. Die sechsspurige B17 ist freitags leider meistens verstopft.
An diesem Freitag ist es besonders schlimm. Denn der FC Augsburg feiert seinen Moskauer 2:1-Finalsieg über Real Madrid. In der Boeing-Arena Haunstetten tobt eine Riesenparty. Das Stadion ist nach mehreren Umbauten heute eines der größten in Deutschland.
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Nun, ganz so weit wird es trotz aller Zuversicht wohl nicht kommen. Aber wenn sich die Region in dieser aufgezeichneten Richtung weiterentwickelt, dann wird aus Chancen eine gute Zukunft.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen (auch den Lesern dieses Blogs) ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Freuen wir uns gemeinsam auf alle Fortschritte, die gut sind für die Menschen in Greater Augsburg.
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