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Die Augsburger Stadtpolitiker stolpern gerne in Fettnäpfchen. Aktuell schafften sie es nicht, die Namensfindung für die zweite Spielstätte des Theaters verletzungsfrei zu organisieren. Am Ende standen einige Räte blamiert da, während sich betroffene Theaterleute gerne vor Scham hinter dem Vorhang versteckt hätten. Im Augsburger Umland schüttelten viele den Kopf über die streitlustigen Augsburger.
Ärgerlich ist, dass sogar Bert Brecht zwischen die Fronten geriet. Denn es gibt offenbar noch immer CSU-Politiker, die meinen, der große Dramatiker und Sohn dieser Stadt tauge nicht als Namensgeber öffentlicher Einrichtungen.
Dabei ist das diesjährige Brecht-Festival, das das Thema „Brecht und die Politik“ im Augsburger Rathaus mühevoll aufarbeitete, erst vor zwei Wochen zuende gegangen. Gewirkt hat es offenbar nicht bis in die Tiefen des Stadtrats. Und leider strahlte es bei nur 9.000 Besuchen auch nicht weit darüber hinaus.
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Die Nachbarstadt Friedberg arbeitet dieser Tage gleich zweimal ihre Geschichte auf. Zum 100. Geburtstag von Wernher von Braun haben sich Schüler des Gymnasiums in einer Schul-Ausstellung mit ihrem Namensgeber auseinandergesetzt. Ohne den deutschen Raumfahrtpionier hätten die Amerikaner nicht den Wettlauf zum Mond gegen den Russen gewonnen. Aber auch die Schattenseiten - Brauns Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus“ - werden beleuchtet. „Beeindruckend, hingehen!“, empfiehlt mein Friedberger Kollege Andreas Schmidt.
Unerfreulich ist dagegen die Debatte um den NS-Ideologen Otto Dickel, Namensgeber des Friedberger Stadtteils Dickelsmoor. In dem vom Landkreis Aichach-Friedberg herausgegebenen Jahrbuch „Altbayern in Schwaben“ wird Dickel in einem missverständlichen Aufsatz als „Demokrat und nationaler Sozialist“ gewürdigt. Historiker sehen ihn dagegen als völkischen Ideologen und Antisemiten. Die Debatte nimmt Fahrt auf. Landrat Christian Knauer muss aufpassen, dass kein Schatten auf den Landkreis fällt.
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Gersthofen galt politisch und wirtschaftlich lange als dynamisches Schnellboot im Vergleich zum behäbigen Dickschiff Augsburg. Seit aber Altbürgermeister Siegfried Deffner und seine Getreuen mit Nachfolger Jürgen Schantin zürnen, steckt das Boot fest.
Die Umplanung der Stadtmitte mit neuem Einkaufszentrum und Wohnungen, ein wichtiger Entwicklungsschritt für die Stadt, kommt wegen des Streits nicht vom Fleck. Die Baugrube wird zum Brachland, der Investor ist verärgert. Wenn die Lechstadt nicht aufpasst, hat das eigentlich behäbige Augsburg seine Stadtmitte inklusive Königsplatz aufgemöbelt, ehe in Gersthofen die ersten Bagger anrollen.
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PS: Am Freitagnachmittag eingte sich eine Jury auf einen Namen für die zweite Augsburger Theaterspielstätte: Sie wird "brechtbühne" heißen. Ich freue mich, dass dieses Schauspielhaus nun tatsächlich nach Bert Brecht benannt wurde, An den Titel und die Wortmarke "brechtbühne" werde ich mich noch gewöhnen müssen.
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