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Der Augsburger Immobilien-Unternehmer Wolfgang Egger verängstigt derzeit Mieter in Stuttgart und München. Zumindest wenn man Zeitungen wie dem Münchner Merkur ("Zehntausende Mieter in Sorge") und den Stuttgarter Nachrichten ("Horrorszenarien") glauben darf.
Was ist geschehen? Egger, Vorstandschef der Augsburger Patrizia AG, führt ein Konsortium an, dass 21.500 Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg gekauft hat. Der Preis: 1,4 Milliarden Euro. Mitglieder der Investorengruppe sind solide Partner wie Versicherungen, Pensionsfonds und eine Sparkasse. In Stuttgart fürchten erregte Politiker nun Luxussanierungen, Mieterhöhungen und Rücksichtslosigkeit im Umgang mit sozial schwachen Bewohnern.
Auch in Bayern muss die Bayerische Landesbank nach den Vorgaben der EU gleich 33.000 Wohnungen - davon 10.000 in München und 214 in Augsburg - verkaufen. Präferierte Käufer sind die Kommunen, aber auch die Patrizia AG ist interessiert. Kritiker warnen schon vor der "Heuschrecke" aus Augsburg.
Angesichts dieser Furcht fragt man sich: Was hat die Patrizia AG eigentlich verbrochen? Hört man sich in der Branche um, genießt das Unternehmen einen vergleichsweise guten Ruf. Das Geschäftsmodell ist der Kauf, die Verwaltung, Entwicklung und auch die Privatisierung von Wohnraum.
Vorstandschef Wolfgang Egger hat seine Firma 2006 an die Börse gebracht. Er arbeitet gewinnorientiert, was nicht verboten ist, und gibt 500 Mitarbeitern Lohn und Brot.
Der 46-jährige, der gerne schwarze Anzüge trägt und die schwarzen Haare zum Pferdeschwanz gebunden hat, gehört zu den Vorzeige-Unternehmern in Greater Augsburg. Der Kaufmann beweist auch einen sozialen Anspruch. Er gründete eine Stiftung, die hilfsbedürftigen Kindern zwischen Hamburg und Ruanda Wohnraum bietet.
Unsere Zeitung nannte Egger vor Jahren einen "Perfektionisten im Reich der Immobilien". In Stuttgart unterschrieb er eine Sozialcharta zum Schutz der Mieter und versicherte, er und seine Partner seien langfristig orientiert. Müssen Mieter wirklich Angst haben vor diesem "schwarzen Mann"?
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Ein politisch "schwarzer Mann“ sorgt gerade in München für Wirbel: Markus Ferber aus Bobingen im Landkreis Augsburg. Der Chef der CSU-Europagruppe argumentiert dieser Tage wieder einmal lustvoll gegen die populistische Europa-Politik von Parteichef Horst Seehofer.
Der CSU-Chef hatte als Wahlkampfschlager Volksabstimmungen über die Euro-Rettungspolitik entdeckt. Das klingt erstmal gut, hat aber kaum Realisierungschancen. Ferber wettert mutig, kundig und unterstützt von Ex-Finanzminister Theo Waigel gegen diese Parteilinie: "Währungsfragen haben - mit Verlaub - in Volksabstimmungen nichts zu suchen."
Die freche Wortwahl des CSU-Rebellen erinnert ein wenig an Joschka Fischer. Der Grüne raunzte 1984 den Bundestags-Vizepräsidenten Richard Stücklen (CSU) an: " Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch."
So etwas würde Ferber natürlich nicht sagen. Aber es gibt nicht viele CSU-Politiker, die Ihrem Vorsitzenden so vehement widersprechen. In der Münchner Parteizentrale hat zwar niemand wirklich Angst vor dem Mann aus Greater Augsburg. Aber Ferber erhöht immerhin seinen Bekanntheitswert. Ganz nach dem Motto: Stell dich quer, dann bist du wer.
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