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Wenn mehrere Journalisten derzeit aufeinandertreffen, dann dauert es nicht lange, bis das Zauberwort fällt: iPad. Die neue Wundermaschine aus der Apple-Zentrale im kalifornischen Sacramento fesselt die Medienmacher. Viele glauben daran, dass Apple-Chef Steve Jobs mit dem iPad der Medienindustrie endlich eine wirkliche Erlös-Perspektive in der digitalen Welt bietet. Kostenpflichte Apps scheinen der Heilsbringer. Mächtiger Taktgeber dieser Optimisten ist Matthias Döpfner, Vorstandschef des Springer-Verlags. "Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet", hatte Döpfner in der Talkshow des US-Star-Journalisten Charlie Rose geschwärmt. In dieser Woche trafen sich deutsche Journalisten und Verlagsleute in Düsseldorf. "Zeitung online" nennt sich der Kongress des deutschen Verlegerverbandes. Taktgeber war diesmal der österreichische Mediendesigner und Berater Lukas Kircher. "Eine Riesenchance" sei das iPad, "ein herrliches Gerät". "Sinnlich" und eine wirkliche Hoffnung für die Verlage, "dass Menschen wieder Zeit und Geld für Inhalte investieren werden." Die Nutzung des iPads müsse "oma-sicher" sein. Ganz einfach. Internet-Medien findet er dagegen wegen der "ständigen Aktualisierungen irgendwie nervös". Ergo: Die Internet-Portale deutscher Zeitungen scheinen out. Jetzt treiben clevere Berater die iPad-Sau durch das Mediendorf. Dabei erfreuen sich die Online-Portale zunehmender Beliebtheit. Die Angebote der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen machen von Jahr zu Jahr Reichweitensprünge von mehr als 50 Prozent. Auch die Werbeerlöse des "nervösen Mediums" wachsen ordentlich. Wir sind auf einem guten Weg. Ich meine: Das iPad und die anderen Tablet-Computer, die Google, Microsoft, Neofonie und Co. demnächst präsentieren werden, sind tolle Produktinnovationen. Wir Medienmacher werden für diese Tablets auch neue, spannende und kostenpflichtige Inhalte kreieren. Der Medien-Mix wird bunter. Aber wirkliche Heilsbringer werden die neuen Tablets nicht sein. Die Hysterie ist seltsam unwirklich. Über Printmedien wurde in Düsseldorf übrigens fast gar nicht gesprochen. Der Kongress führt ja auch den Titel "Zeitung online". Dabei begeistern gedruckte Zeitungen täglich fast 30 Millionen Deutsche. Auch wenn es jährlich ein paar weniger werden, stelle ich mir die Frage: Warum diskutieren wir Journalisten nicht mehr darüber, wie wir die Zeitung noch besser machen können?
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