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Eine Niederlage, ein Sieg - das ist die Bilanz des Derbywochenendes. Nun gehen wir als Zehnter in die Pause, die diesmal etwas kürzer ist als die Novemberpause, da wir am Dienstag in einer Woche wieder in Iserlohn spielen müssen.
Das Freitag-Spiel in München konnten wir leider nicht für uns entscheiden. Sehr ärgerlich, da wir in dieser Saison die Spiele gegen direkte Konkurrenten meistens verloren haben. Ich würde sagen, dass die cleverere Mannschaft gewonnen hat. Die zwei Gegentore waren doof und eher unglücklich aus unserer Sicht.
Am Sonntag wollte bei gefühlten minus dreißig Grad nicht so recht Derby-Stimmung aufkommen. Ich denke, dass die Kälte auch Schuld daran hatte, dass das Curt-Frenzel-Stadion nicht ausverkauft war. Wir haben ein Spiel gesehen, in dem es wenig große Torchancen gab, und wenn, waren die guten Torhüter zur Stelle. In den letzten drei Minuten ist dann etwas passiert, dass ich so noch nicht erlebt habe. Der Schiedsrichter Roland Aumüller hat drei Strafen in Folge gegen Ingolstadt gepfiffen und uns so, knapp zwei Minuten, eine doppelte Überzahl beschert. Ich muss dazu sagen, dass alle drei vertretbare Strafen waren, aber es gibt nicht viele Schiedsrichter, die zu diesem Zeitpunkt den Mut gehabt hätten, so zu entscheiden. Hut ab! Ich war doppelt froh, dass uns dann auch der erlösende Treffer gelungen ist. Zum einen sind diese drei Punkte enorm wichtig für uns, zum anderen weiß ich nicht, ob ich die fünf Minuten Verlängerung und ein eventuelles Penalty-Schiessen ohne Erfrierungen überstanden hätte.
Wir widmen diesen Sieg unserem Manager Max Fedra, der nach seinem Herzinfarkt zum ersten Mal wieder für ein Spiel im Stadion war!
Da es keinen Ausblick auf Spiele am nächsten Wochenende gibt, nutze ich die Gelegenheit um etwas über das deutsche Eishockey nachzudenken. Ich sehe die Entwicklung, die unser Sport genommen hat bzw. immer noch nimmt, äußerst kritisch. Ich glaube, dass es Zeit ist, etwas zu ändern.
Das Wichtigste zuerst: eine Liga ohne Auf- und Abstieg hat für mich, und für einen Großteil der Zuschauer, keinen großen Anreiz. Es muss einen Weg geben, um Bedingungen zu schaffen, dass man mindestens zwei Ligen unter einen Deckel bringen kann - Planungssicherheit hin oder her.
Ich wünsche mir die Ausländerzahl drastisch (auf maximal fünf) reduziert. Klar wird das Niveau der Liga darunter etwas leiden, aber ich wage zu behaupten, dass das von den wenigsten wirklich wahr genommen wird. Man muss allerdings dafür sorgen kann, dass es gleichmäßig sinken wird: und zwar mit einem so genannten "Salary-Cap" - einer Begrenzung des Gehalt-Etats für alle Mannschaften der Liga.
Das dürfte zur Folge haben, dass man wieder Identifikationspersonen über längeren Zeitraum in Vereinen halten kann. Es gibt sowieso kaum noch richtige "Typen" im Eishockey. Auch kleinere Teams, wie wir es sind, können dann gute Spieler, auch Nationalspieler, in ihren Reihen haben, ohne Angst haben zu müssen, dass Clubs wie Berlin oder Mannheim ein Vielfaches des von uns zahlbaren Gehalts auf den Tisch legen, um Spieler abzuwerben. Das würde auch gleichzeitig verhindern, dass ständig neue Spieler in der Liga auftauchen, bei denen es sich teilweise gar nicht lohnt den Namen auswendig zu lernen, so schnell wie die wieder weg sind. Ausserdem wird die Qualität der ausländischen Spieler steigen und wir könnten mehr Ex-NHL-Stars in der Liga sehen.
Des Weiteren muss man dafür sorgen, dass unser Sport wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt wird. Nur so kann man heutzutage Sponsoren von einem Engagement überzeugen. Wenn man Vereine dazu verpflichtet, in Kameras und ähnliches zu investieren, kann ich mir vorstellen, dass die Kosten für eine Live-Übertragung so sehr sinken, dass das für die Sender auch wieder interessant wird. Zehn Minuten in der Sportschau und ein Live-Spiel in den regionalen Sendern hat mit Sicherheit mehr Wert, als etwa 20.000 Zuseher im Pay-TV.
Das sind nur ein paar wenige Ideen, und in wie fern sie durchführbar wären, weiß ich nicht. So, oder so ähnlich stelle ich mir persönlich die Zukunft des Eishockeys in Deutschland vor, damit mein Sport überhaupt eine Zukunft hat. Ich wünsche mir einfach, dass diese tolle Sportart, die ich sehr liebe, ihren Stellenwert nicht verliert, sondern eher daran gewinnt....
Montag bis Mittwoch haben wir frei. Am Donnerstag ist dann 7x7 Bowling-Turnier von Duanne Moesers Charity-Organisation. Ich hoffe wir kriegen wieder einiges an Geld für die Stiftung zusammen. Ich lass Euch am nächsten Montag wissen, wer der beste und wer der schlechteste Bowler ist.
Bis dahin, Euer
Leo Conti
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