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AUGSBURG-MANIA Vorsicht Satire! Gunter von Hagens ist nun in der Tat ein ungewöhnlicher Mensch. Dass bei ihm Genie an Wahnsinn grenzt, ist der besondere Reiz seiner Person, der ihm aber immer wieder schlimme Anfeindungen einbringt. Wenn sein neuestes Projekt bekannt werden wird, wird sich die Empörung aber gewiss in nie gekannte Höhen aufschwingen. AUGSBURG-MANIA hatte bei der Eröffnung der Körperwelten-Ausstellung "Herzenssache" in der Augsburger Schwabenhalle Gelegenheit, den Professor und Meister der Plastination nach seinen neuen Visionen zu befragen. Hagens wollte nicht so recht rausrücken, woran er gerade arbeite, ließ dann aber doch durchblicken, dass ihm das Geheule der Kirchen und Moralapostel um die Störung der Totenruhe erheblich auf den Geist gehe und er deshalb danach trachte, die Ausstellungen so wie sie jetzt ausgeführt werden mit lebenden Freiwilligen zu bestreiten. Er und sein Forscherteam arbeiteten an einem Verfahren, das es ermögliche, den Blutkreislauf und die Sauerstoffversorgung auch ohne Haut in Gang zu halten und die Schausteller - von Exponaten könne man dann ja nicht mehr sprechen - schmerzunempfindlich zu machen. Er könne es sich gut vorstellen, dass ein Mensch mal eben sein Herz rausnimmt aus seinem Körper, um es symbolisch den Besuchern zu überreichen. Man sei noch weit entfernt davon, diesen Gedanken in die Tat umsetzen zu können, aber man müsse sich Ziele setzen. Dem Gerede um die Würde der Toten, wäre damit jedenfalls der Boden entzogen. Mit sich selbst kann schließlich jeder machen was er will. Nun, ein interessanter Gedanke findet AUGSBURG-MANIA, hofft allerdings darauf, dass Herr von Hagens vor Ausführung seiner neuen Ideen doch des Wahnsinns überführt und in eine entsprechende Klinik eingewiesen wird.
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