Übersicht
|
Meistgelesen
|
Bestbewertet
|
Meistkommentiert
Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Berater für Internetsicherheit bei der EU-Kommission. Was den gescheiterten Ex-Minister ausgerechnet für diesen Job auszeichnen soll, ist mehr als fraglich.
Grundsätzlich ist es natürlich eine gute Sache, wenn die EU-Kommission künftig ihre politische Macht einsetzen will, um Blogger und Internetnutzer in autoritären Staaten zu unterstützen. "Die haben jede Hilfe nötig, denn ihre Medien sind in diesen Regimen oft die einzige Stimme der Freiheit, wenn der Rest der Medien staatlich gelenkt und zensiert sind", schreibt Stefan Laurin treffend bei den Ruhrbaronen.
Aber was, bitteschön, sollte ausgerechnet Karl-Theodor zu Guttenberg dazu befähigen, von autoritären Regierungen bedrohte Blogger und Internetaktivisten zu unterstützen? Reicht es heute schon, eine - übrigens im März zuletzt aktualisierte - Facebookseite zu betreiben, um Web-Experte zu sein? Sind es seine Erfahrungen mit den Plagiatsjägern der Web-Plattform Guttenplag Wiki - die ihn ja bekanntlich auf seinem steilen Weg nach oben stolpern ließen? Oder ist es gar nur die Expertise seiner Frau, die beim Krawallsender RTL2 zum Cyber-Cop avancierte (mit diversen, höchst peinlichen Folgen für alle Beteiligten
?
Nein, auf den ersten Blick spricht in meinen Augen nichts für zu Guttenbergs neue Rolle als Hüter und Schützer der Freiheit im Internet. Nicht nur, weil der selbstbewusste Blender bei vielen Netzaktivisten noch nie ein allzu gutes Standing hatte. Sondern auch, weil ein an sich richtiger Vorstoß der Europäischen Union nun droht, durch die Diskussion über die Personalie zu Guttenberg in den Hintergrund zu geraten. Das schadet der Sache mehr, als es nutzt.
"Kein Blogger braucht den Plagiator", schallt es übrigen schon heute aus den verschiedenen Blogs und Foren. So sehe ich das auch.
Beitrag
kommentieren
| bewerten: