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Google+ verlangt sie, Facebook irgendwie auch: Immer mehr Communitys fordern von ihren Nutzern, auf Pseudonyme zu verzichten. Nur: Wird das Internet durch eine Klarnamen-Pflicht wirklich besser?
Es ist eine Diskussion, die schon seit vielen Jahren durchs Internet (und auch durch die reale Welt) geistert. Neuerdings wird sie wieder lauter gestellt: die Frage, ob eine Community besser wird, wenn sich ihre Nutzer nicht hinter Pseudonymen und erfundenen Namen verstecken dürfen.
Aktueller Anlass ist Googles neues soziales Netzwerk Google+. Dort wird in den Nutzungsbedingungen ganz klar formuliert, dass Nutzer ihre echten Namen zu verwenden hätten. Und die User folgen, was auch wenig verwunderlich ist. Zum einen ist ein soziales Netzwerk unter Pseudonym kaum sinnvoll zu nutzen, zum anderen ist es in Zeiten von Facebook mit seinen 700 Millionen Mitgliedern fast schon "normal" geworden, sich unter seinem echten Namen zu vernetzen.
Was bleibt, sind hunderttausende Blogs, Foren und andere Diskussions-Plattformen, auf denen die Nutzer weiterhin unter Pseudonym miteinander agieren dürfen (auch unser Forum gehört dazu) - und die Frage, was diesen eine Klarnamen-Pflicht bringen würde.
Als Journalist bin ich es gewohnt, mit meinem Namen zu dem zu stehen, was ich veröffentliche. Trotzdem glaube ich, dass auf Diskussionsplattformen auch eine (pseudo-)anonyme Nutzung möglich sein muss. Weil in diesen Meinungen oft offener und freier publiziert werden. Und weil für viele Menschen die Hemmschwelle geringer ist, sich am öffentlichen Diskurs zu beteiligen, wenn sie nicht ihren echten Namen darunter schreiben müssen und somit angreifbar werden.
Andererseits kenne ich aber auch die vielen Probleme, die mit anonymen Internetdebatten einhergehen: Beleidigungen, Pöbeleien, ein oft sehr rauer Umgangston. Gerade die Erfahrungen mit Facebook zeigen deutlich: Friedlicher und stressfreier geht es sicher dort zu, wo die Menschen mit ihrer echten Identität hinter dem stehen müssen, was sie publizieren.
Macht eine Klarnamenpflicht das Internet wirklich besser? Nein, meint die Mitbegründerin der Foto-Plattform Flickr, Caterina Fake, in einem aktuellen Blogeintrag, den auch die Kollegen von Spiegel Online heute aufgegriffen haben. Nein, denke ich auch. Denn beides hat seinen Platz im Internet: Klarnamen und Pseudonyme.
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