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Kennen Sie den schon:
"Wer steht denn da oben neben den Musikern auf der Bühne?"
"Der Schlagzeuger ..."
Ja, die Herren und Damen an den Drums sind des öfteren den Spötteleien ihrer musikalischen Kollegen ausgesetzt. Doch warum eigentlich?
Gut, der Schlagzeuger an sich ist schon eine besondere Gattung Mensch. Zum Drummer muss man geboren sein. Während sich Normalsterbliche mit einem Schrei und anschließender Fütterung nach der Geburt in Ruhe in die neue Welt einleben, legt der Schlagzeuger gleich richtig los. Restless-Legs-Syndrome ist quasi Pflichtprogramm. Mit allen Vieren schlägt der Schlagzeuger zeit seines Lebens um sich. Keine schlechte Grundvoraussetzung also, um irgendwann eine Snare, diverse Toms und meist viel zu viele Becken zu bedienen. Letztere können es nämlich in sich haben. Stichwort Bandprobe: Der Name Garagenband kommt ja nicht von ungefähr. Meist ist es im Proberaum durch das Equipment der Musiker sehr beengt - nicht zuletzt durch ein Riesenschlagzeug. Mancher möchte fragen, warum ein Drummer so viele Trommeln braucht, die machen doch eh bloß alle Bumm. Aber hey, wenn er - oder sie, sorry, ich vergesse zuweilen die weibliche Fraktion unter den Schlagzeugern - sie braucht, dann braucht er sie eben. Trommeln (oder auch Toms gennant) sind ja gar nicht so schlimm. Es sind tatsächlich die Becken, deren hoher, zuweilen schriller Klang sich nachhaltig in das Trommelfell (oh, ein Wortwitz) eines jeden Gitarristen, Bassisten oder Sängers bohrt. Dieser Klang verschwindet manchmal auch so schnell nicht wieder. Aber gut, lassen wir dem Schlagzeuger seine Becken, er soll sich ja austoben dürfen.
Genau das versteht der Drummer manchmal auch falsch. Es gibt nämlich Exemplare dieser Gattung, die partout nicht einsehen wollen, dass ein Schlagzeug in einer Band nicht die erste Geige spielt. Drums gehören der Rhythmusfraktion an, sind also als Basis des musikalischen Gesamtwerkes anzusehen. Das klappt nur manchmal nicht so ganz und wenn ein Schlagzeuger richtig reinhaut, dann helfen auch keine 60 Watt Vollröhrenverstärker der Gitarrenfraktion - Drums können im kleinen Rahmen einfach alles übertönen.
Vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der Gitarristen, Bassisten und andere Musiker dazu bewegt, Schlagzeuger nicht zu ihrer Gilde zu zählen und sie stattdessen öfter mal vor versammelter Mannschaft aufs Korn zu nehmen.
Es kann aber auch durchaus sein, dass Schlagzeuger selbst an ihrem Ruf schuld sind. Mir fällt da gerade Frank Edwin Wright III ein - unter dem Namen Tré Cool ist er vielen Leuten als Schlagzeuger von Green Day bekannt. Auf der Live-DVD "Bullet in a Bible" prägte er seinen eigenen Intellekt mit der Aussage "I can count to four und repeat, I'm a drummer" (etwa: "Ich kann nur bis vier zählen und das wiederholen weil ich Schlagzeuger bin"). Klar steckt da eine komödiantische Absicht dahinter, aber hat nicht jeder Witz auch ein Körnchen Wahrheit in sich?
Oder nehmen wir Lars Ulrich von Metallica. Wer ihm schon mal beim Spielen zugesehen hat, der wird gleich erraten, auf was ich anspiele. Wenn Ulrich in seine Trommeln haut, gleichen seine Gesichtszüge nicht selten denen einer Schlange mit ausgeklappten Unterkiefer, die gleich eine ganze Kuh verschlingen will. Wahlweise gibt er auch den mampfenden Gorilla zum Besten.
Hier sei angemerkt, dass jeder andere Musiker - merken Sie es, für mich sind Schlagzeuger doch Musiker - auch nicht besser bei der Arbeit drein blickt.
Es bringt alles nichts, Schlagzeuger sind und bleiben eine sonderbare Gattung. Trotzdem geht ohne sie nichts. Am wenigsten kann man ohne sie Witze über sie reißen. Achja, kennen sie den schon:
"Woran erkennt man, dass ein Schlagzeuger an die Tür klopft?"
"Das Klopfen wird alle vier Schläge schneller!"
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