Freitag, 28. November 2014

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Film ab! Ein Streifzug durch die Videothek

Was ist neu, was lohnt sich und was sollte besser im Regal bleiben?

Houston, wir haben ein Alien-Problem

"Apollo 18" zeigt, warum die letzte
Mondmission angeblich verschleiert wurde.

Film ab! - Wertung:   3 / 10

Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mann den Mond. Bis 1972 folgten ihm elf weitere Astronauten im Rahmen des Apollo-Programms. Dann wurde das Programm wegen zu hohen Kosten eingestellt. Angeblich. Denn laut "Apollo 18" gab es - wie der Name schon vermuten lässt - noch eine weitere bemannte Mission zum Mond. Die sollte aber bis heute verschleiert werden...

Zur Story: Zwei Jahre nach dem erfolgreichen Apollo-17-Flug schickt das US-Verteidigungsministerium Apollo 18 auf den Weg zum Mond. Was genau Kommandant Nathan Walker (Lloyd Owen) und die beiden Piloten Benjamin Anderson (Warren Christie) und John Grey (Ryan Robbins) da oben eigentlich erforschen sollen, erfahren sie nicht. Der Flug zum Mond verläuft zunächst ohne Probleme, ebenso wie die Landung. Erste Proben werden gesammelt, alles wird fleißig mit Handkameras dokumentiert. Doch irgendwann tauchen fremde Fußspuren auf und die Jungs finden eine Raumkapsel der UdSSR in einem Kraterloch. Inklusive totem Piloten. Doch was hat ihn nur getötet und warum bewegen sich hier eigentlich so viele Steine und Fahnen von alleine? Wenn das mal nicht die bösen Mond-Aliens sind...

Zum Film: Gedreht ist der Horrorstreifen von Gonzalo López-Gallego im "Found-Footage"-Stil (zu deutsch: gefundenes Material). Angeblich echtes Filmmaterial soll beim Zuschauer für zusätzliche Spannung sorgen, schließlich weiß man ja nie, ob an der Geschichte nicht doch etwas wahres dran ist. "Blair Witch Project" und "Cloverfield" haben schon vor Jahren gezeigt, wie das funktioniert. Die Wackel-Kamera einfach auf die Füße richten und in voller Verzweiflung wahlweise vor einem Monster oder einer Wald-Hexe davonrennen. Dann noch ordentlich in die Handkamera schreien und fertig ist der angsteinflößende Grusel-Schocker.

Bei "Apollo 18" funktioniert das leider nicht. Denn auf dem Mond rennt es sich einfach ziemlich schlecht. Und auch wenn diese Tatsache vom Kamerateam oft ignoriert wird, will über weite Strecken des Film trotzdem nicht so recht Spannung aufkommen.

So bleibt es schlichtweg unverständlich, warum der Film im Found-Footage-Stil gedreht worden ist. Weiter noch: Der Film stellt sich damit selbst ein Bein. Nicht nur, dass die Wettrennen auf der Mondoberfläche eigentlich wie Rollatoren-Rennen im Altersheim wirken müssten, auch die Einstellungen aus dem Inneren der Raumkapsel werden dadurch nicht besser. Mal gibt's den Blick von links ins Innere der winzigen Kapsel, mal von rechts. Und Achtung: Ja manchmal wird auch ein Blick von oben riskiert. Zwar gibt man dem Horrorfilm einen Hauch von Authentizität mit, man raubt ihm allerdings auch einiges an Spannung und Logik.

Der Grundgedanke ist eigentlich gut: Eine verschleierte Mondmission - das kann man sich gut vorstellen. Schließlich glauben auch heute noch 60 Millionen Amerikaner, dass Neil Armstrong nur einen Schritt in einem Fernsehstudio gemacht hat und nie auf dem Mond war. Doch bleibt es bei einer einzigen guten Idee. Statt sich selbst ein paar Wendungen und Kniffe für den Verlauf der Geschichte zu überlegen, bedient man sich einfach bei Ridley Scotts "Alien". Frei nach dem Motto: Wozu selber etwas einfallen lassen, der Herr Scott hat das doch ganz anständig gemacht - das machen wir einfach nach.

Seine stärksten Momente hat "Apollo 18" ganz klar, als Astronaut Benjamin mit einer Kamera bewaffnet einen stockdunklen Krater untersucht und der Zuschauer nur durch den Blitz der Kamera fetzenweise Einblicke in die Nacht erhält. Hier entsteht tatsächlich echte Gruselstimmung. Die bleibt ansonsten über weite Strecken aus. 

Fazit: Solide Horror-Hausmannskost, die ohne Found-Footage-Stil vielleicht gar nicht mal schlecht gewesen wäre. "Apollo 18" ist vor allem Genre-Fans zu empfehlen, die großzügig über ein paar Schwächen bei der Inszenierung hinwegsehen können.

Hier ein Blick auf den Trailer:

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