Sonntag, 30. April 2017

17. Februar 2017 06:58 Uhr

Internet

Diese Website könnte Facebook-Nutzer wachrütteln

Was gefällt meinen Facebook-Freunden, was teilen sie mit der Welt? Mit der Website Stalkscan können persönliche Informationen in wenigen Schritten gefunden werden. Von Claudia Graf

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Welchem meiner Freunde gefällt was auf Facebook? Ganz genau kann man das jetzt mit der neuen Website Stalkscan herausfinden.
Foto: Karen Bleier

Die Fotos welcher Frauen hat mein Facebook-Freund in den vergangenen Jahren mit einem „Gefällt mir“ markiert? Und welche Kommentare hat er hinterlassen? Mit der neuen Website Stalkscan.com kann man Bekannten mit ein paar Klicks hinterherschnüffeln.

Persönliche Informationen können gezielt gefunden werden

Dass persönliche Informationen so gezielt gefunden werden können, empfinden viele als gruselig. Wird es Stalkern nun sogar leichter gemacht, ihre Opfer auszuspionieren?

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Zumindest der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, sieht es nicht so dramatisch. Da über Stalkscan nur gefunden werden kann, was Facebook-Nutzer in ihren Einstellungen der Öffentlichkeit zugänglich machen, bereitet ihm diese „andersartige Suchmaschine“ keine Sorgen. Aber: „Es ist jetzt möglicherweise leichter, diese Infos zu bekommen“, sagt er.

Denn in wenigen Schritten kann man mit dem Facebook Scanner Informationen filtern: Man klickt auf ein Facebook-Profil und kopiert den Link aus der Suchleiste auf die englischsprachige Stalkscan-Seite. So kann man etwa erfahren, wie oft sich ein Kollege in der Bar ums Eck ein Feierabend-Bier gönnt und mit wem dort zu später Stunde Schnappschüsse entstehen. Aber eben nur, wenn diese Informationen auch auf Facebook zu finden sind.

Viele Facebook-Nutzer geben mehr preis, als ihnen lieb sein kann

Entwickler von Stalkscan ist der Hacker Inti De Ceukelaire. Wie der Belgier dem Online-Magazin Motherboard sagte, will er mit der Suchmaschine zeigen, dass die meisten Facebook-Nutzer mehr Informationen preisgeben, als ihnen lieb sein kann. Auch weniger technikaffine Leute möchte De Ceukelaire mit der einfachen Funktionsweise erreichen und demonstrieren: Facebook vergisst nichts – außer man sorgt dafür.

Auch Thomas Kranig kann sich vorstellen, dass sich dadurch der ein oder andere Facebook-Nutzer fragt: „Was teile ich auf meinem Account, was nicht?“ Schließlich habe es jeder selbst in der Hand, was er im Netz von sich preisgebe, oder ob er Informationen ins Netz stelle, mit denen andere ihn unter Druck setzen könnten. Da kann es vielleicht nicht schaden, das eigene Profil unter die Lupe zu nehmen.

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