Mittwoch, 28. Juni 2017

10. Februar 2016 16:15 Uhr

Augsburg

Diese beiden Apps helfen Asylbewerbern in Augsburg

Hilfe für Flüchtlinge per Smartphone: Die Augsburg-App "Integreat" und das bayernweite Pendant "Ankommen" helfen Asylbewerbern im Alltag. Doch wie praktisch sind sie?

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Neue Stadt, neue Sprache, fremde Leute: Flüchtlinge müssen sich in Deutschland grundlegend umstellen. Dabei können Apps für Smartphones helfen. Wir stellen zwei davon vor: die App "Integreat", speziell für Flüchtlinge in Augsburg. Und "Ankommen" - eine App für Flüchtlinge in ganz Bayern.

"Integreat" und "Ankommen" - was steckt hinter den Apps?

Integreat ist eine App, die für die Städte Augsburg und Bad Tölz verfügbar ist - auch offline, also nach dem Herunterladen auch ohne Internetverbindung. Sie gibt Asylbewerbern in fünf Sprachen einen Überblick über erste Schritte bei ihrer Ankunft in Deutschland, die wichtigsten Behörden, Freizeittipps oder nötige Dokumente. Die Macher kommen vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der TU München. Sie kooperieren unter anderem mit dem Verein "Tür an Tür" in Augsburg. Preis: kostenlos, Betriebssystem: Android

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Ankommen bietet eine große Übersicht über geltende Regeln in Bayern, Infos zum Asylverfahren oder auch einen integrierten Sprachkurs. Auch diese App ist offline nutzbar. Dahinter stecken die Bundesagentur für Arbeit, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das Goethe Institut und der Bayerische Rundfunk. Preis: kostenlos, Betriebssystem: iOS & Android

Wie sind die beiden Apps für Flüchtlinge aufgebaut?

Integreat zeigt übersichtlich verschiedene Rubriken wie Stadtplan, Ruhezeiten & Mülltrennung, wichtige Dokumente oder Adressen an. Unter "Erste Schritte und Behörden" steht beispielsweise: "Lassen Sie sich registrieren. Ohne Registrierung ist ihr Aufenthalt illegal. Dann wird ihr medizinischer Check gemacht. Die Registrierung machen Sie zum Beispiel in München im Ankunftszentrum für Flüchtlinge, Maria-Probst-Straße 14, 80939 München. In Augsburg gibt es keine Möglichkeit zur Registrierung."

Ankommen ist auf den ersten Blick weniger übersichtlich gestaltet. Die App enthält aber auch sehr viele Inhalte. Mit Sprachkursen lassen sich zum Beispiel Sätze durch Verschieben einzelner Wörter formen. Außerdem gibt es beispielsweise Videos.

Wie zufrieden sind Asylbewerber mit den Apps?

Der Verein "Tür an Tür" in Augsburg hat eine Gruppe von Asylbewerbern zu den beiden Apps befragt. Sie testeten "Integreat" und "Ankommen".

"Tür an Tür" stellte den Asylbewerbern mehrere Aufgaben mit der App wie "Finden Sie die Telefonnummer der Polizei" oder "Finden Sie heraus, wo Sie Deutsch lernen können". Die meisten der neun Testpersonen lösten die Aufgaben richtig. Ihr Urteil fällt - wohl auch deswegen - sehr gut aus. Sie bewerteten "Integreat" mit durchschnittlich 6,7 von 7 Punkten. "Ankommen" bekam im Durchschnitt 5,8 Punkte. Natürlich sind die Ergebnisse nicht repräsentativ.

Wie könnten die Apps verbessert werden?

An "Integreat" hat die kleine Testgruppe von "Tür an Tür" sowohl inhaltlich als auch vom Aufbau wenig auszusetzen. Ein Asylbewerber wünscht sich mehr Informationen für Treffpunkte - zum Beispiel in Bars, Cafés, Kino oder Theater, ein anderer wünscht sich Informationen zu den Hochschulen in Augsburg. Insgesamt scheint diese Meinung eines Teilnehmers für die App zuzutreffen: "Wunderbar. Ich konnte viel Auskunft über Augsburg bekommen."

Bei "Ankommen" haben mehrere Asylbewerber Probleme mit der Bedienung, da die App sehr umfangreich ist. "In diesem Programm konnte ich meine Probleme nicht lösen", merkt ein Tester an. Ansonsten gibt es wenige Kritikpunkte. axhe

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