Freitag, 22. September 2017

10. September 2017 19:33 Uhr

Soziales Netzwerk

Einstiger Facebook-Konkurrent StudiVZ ist pleite

Der frühere Facebook-Konkurrent StudiVZ war für Millionen Deutsche das erste soziale Netzwerk. Jetzt hat der Betreiber Insolvenz angemeldet.

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StudiVZ existiert immer noch, ist aber quasi bedeutungslos geworden.
Foto: Andrea Warnecke (dpa)

Gruscheln war einer der Begriffe der 2000er Jahre. Wissen Sie noch, was er bedeutet? Er stellt eine Mischung aus Grüßen und Kuscheln dar. Studenten, Schüler und irgendwann auch alle anderen trafen sich in Deutschland auf der Plattform, um sich kennenzulernen - gegenseitig und auch das damals neue Phänomen der sozialen Netzwerke.

Nun ist der einstige Facebook-Konkurrent zahlungsunfähig. Der Betreiber, das Unternehmen Poolworks, meldete beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts am Freitag hervor.

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Demnach fungiert der Rechtsanwalt Jesko Stark als Insolvenzverwalter. Als erster hatte das Onlinemagazin Gründerszene von der Pleite berichtet. Es zitiert Jesko mit der Einschätzung, dass der laufende Betrieb aktuell nur noch sieben Mitarbeitern fortgeführt werden kann.

Aus für StudiVZ? Betreiber meldet Insolvenz an

Ursprünglich als Studenten-Netzwerk konzipiert und dann ausgeweitet, war StudiVZ zur richtigen Zeit am richtigen Ort: "Als der Dienst 2005 ans Netz ging, war die Epoche von Social Media soeben angebrochen, deutschsprachige Angebote fehlten aber noch weitgehend", sagte der Bremer Historiker Daniel Crueger, der die digitale Geschichte und ihr kulturelles Erbe erforscht, der Nachrichtenagentur dpa.

StudiVZ: Nie eine echte Chance gegen Facebook

StudiVZ war für eine ganze Generation der Social-Media-Erstkontakt, und zu ihrer Hochzeit hatte die VZ-Gruppe rund 16 Millionen aktive Nutzer. "Dass nach dem Hype dann der tiefe Fall kam, hat seine Gründe wohl nicht zuletzt in der inhaltlich starken und finanzkräftigen Konkurrenz durch Facebook", so Crueger.

"Während Facebook optisch und technisch davonzog, herrschte bei StudiVZ auf Software-Seite in einer kritischen Phase Stagnation", sagt Stephan Dörner vom Digitalmagazin t3n zur dpa. Die wachsende Nutzerzahl und Internationalität von Facebook führte dann zur Verwaisung zahlloser StudiVZ-Accounts. Die Plattform ist noch online. AZ/goro/dpa

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