Freitag, 24. Oktober 2014

02. Februar 2013 17:13 Uhr

International

Experten fordern gemeinsamen Kampf für mehr Cyber-Sicherheit

Vor dem Hintergrund immer neuer Hacker-Angriffe auf Unternehmen und Institutionen haben Spitzen aus Politik und Wirtschaft zu einem gemeinsamen Kampf für mehr Cyber-Sicherheit aufgerufen.

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Nötig sei eine gemeinsamen Kraftanstrengung von Regierungen, Wirtschaft und auch den einzelnen Internet-Nutzern, argumentierten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der Direktor der amerikanischen National Security Agency (NSA), Keith Alexander, am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Friedrich sagte, die Frage, wie Sicherheit im Cyber-Raum garantiert werden könne, sei eine entscheidende Frage des 21. Jahrhunderts.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Zahl der Cyber- und Hacker-Angriffe beständig zunimmt - und dass es sich um Attacken unterschiedlichster Art handelt. Oftmals werden Eindringlinge in Systeme erst nach Wochen oder nach Monaten überhaupt erkannt.

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Aktuell war bekannt geworden, dass unbekannte Hacker den Kurznachrichtendienst Twitter angegriffen und möglicherweise Daten von rund 250 000 Nutzern erbeutet haben. Zudem sehen sich die großen US-Zeitungen im Visier chinesischer Hacker: Nach «New York Times» und «Wall Street Journal» räumte nun auch die «Washington Post» einen mehrere Jahre zurückliegenden Angriff vermutlich aus China ein.

Telekom-Chef René Obermann forderte Unternehmen weltweit zu einem Paradigmenwechsel auf: Hacker-Angriffe auf eigene Rechner sollten konsequent gemeldet werden. Viele Firmen tun dies nicht. «Die Weitergabe von Wissen gilt inzwischen als Teil der Lösung», erklärte er. «Je mehr Unternehmen bereit sind mitzumachen, desto besser.» Friedrich kritisierte in diesem Zusammenhang, viele Unternehmen hätten die Ernsthaftigkeit der Gefahr noch gar nicht erkannt.

Die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes betonte ebenfalls, jeder einzelne Nutzer könne einen Beitrag leisten, um den Cyber-Raum sicherer zu machen. «Jeder ist verantwortlich - nicht nur Staaten und Unternehmen.» Die stellvertretende US-Heimatschutzministerin Jane Holl Lute mahnte, niemand könne es sich leiten, zuzusehen. Den Kampf für mehr Cyber-Sicherheit könne keine Regierung alleine gewinnen. (dpa)

Münchner Sicherheitskonferenz

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