Kleinanleger haben nun doch bessere Chancen, Facebook-Aktien zu kaufen. Das Echo der großen Investoren auf die "Roadshow" von Mark Zuckerberg fiel anders aus als erwartet.



Die Chancen für Privatleute, beim bevorstehenden Börsengang einige der begehrten Facebook-Aktien zu kaufen, sind unerwartet gestiegen. Dies berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der Grund: Die von Facebook anvisierte Investorenzielgruppe aus Fondsgesellschaften und Anlagefirmen steht den Wachstumsaussichten des Unternehmens skeptisch gegenüber, wie am heutigen Freitag aus informierten Kreisen verlautete. Beim Ausgabepreis der Aktie ist für Facebook hingegen noch alles offen. Wie es hieß, könne dieser immer noch das obere Ende der angepeilten Spanne von 28 bis 25 Dollar erreichen oder sogar darüber hinaus gehen.
Mittlerweile sind es rund 488 Milillionen der insgesamt 901 Millionen Facebook-Nutzer, die über Smartphones und Tablet-Computer auf die Seite des weltweit größten sozialen Online-Netzwerks zugreifen. Dieser Zugriff von mobilen Geräten aus bringt Facebook jedoch vergleichsweise wenig Umsatz. Am vergangenen Mittwoch hatten die Macher um Facebook-Chef Mark Zuckerberg gegenüber institutionellen Anlegern zugeben müssen, dass die erwarteten Wachstumsraten zu optimistisch ausfallen und die Umsatzziele verfehlt werden könnten. Dies habe viele potentielle Investoren verunsichert, schrieb Bloomberg.
Das von Mark Zuckerberg geführte soziale Netzwerk geht indes immer noch davon aus, die Maximalpreisfestsetzung für die Aktienemission zu schaffen. Sollte die letztendliche Marktkapitalisierung (Börsenwert) von Facebook bei den angestrebten 96 Milliarden Dollar liegen, würde dies das 100-fache des Vorjahresgewinns ausmachen. Aktueller Börsenprospekt
Inzwischen könnte für Facebook auch der Kauf des Bilderdienstes Instagram zu einem Stolperstein werden. Nach Informationen der «Financial Times» habe US-Handelsaufsicht FTC eine Prüfung der Übernahme eingeleitet. Im Zuge der kartellrechtlichen Ermittlungen (Ant-Trust) hätten Mitarbeiter der FTC bereits damit begonnen, Konkurrenten wie Google und Twitter zu befragen. Sie sollen der Behörde mit ihren Stellungnahmen Argumente liefern, gegen die Instagram-Übernahme vorzugehen, hieß es von informierter Seite.
Die «Financial Times» zitierte Experten, die es für möglich halten, dass es bis zu zwölf Monate dauern kann, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Facebook wollte ursprünglich die Übernahme bis Ende des zweiten Quartals in trockenen Tüchern haben. Mark Zuckerberg und sein Team wollen mit Instagram ihre Marktposition bei Fotos auf Smartphones und Tablets ausbauen. Für den Bilderdienst hatte Facebook rund eine Milliarde Dollar in bar und in Aktien gezahlt. Wie eine FTC-Sprecherin dem Blog «TechCrunch» mitteilte, gebe die Behörde grundsätzlich zu laufenden Untersuchungen keine Stellungnahmen ab. dpa/AZ
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