Mittwoch, 13. Dezember 2017

09. August 2017 08:05 Uhr

Ratgeber

In sieben Schritten zum passenden Tablet

Displaygröße? Prozessor? Speicher? Wer sich ein Tablet zulegen will, sollte sich vor dem Kauf unbedingt einige Fragen stellen. Mit dieser Checkliste treffen Sie die richtige Wahl. Von Olaf Winkler

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Verbraucher verzichten immer häufiger auf einen klassischen PC. Lieber greifen sie zu einem Tablet.
Foto: Armin Weigel, dpa (Symbolfoto)

Gut 150 Millionen Tablets verkauften Apple, Samsung & Co. weltweit im vorigen Jahr. Für die Hersteller eine enttäuschende Zahl, liegt sie doch rund sechs Prozent unter der Marke von 2015. Der große Tablet-Boom, 2010 durch das „iPad“ von Apple ausgelöst, scheint aber nur auf den ersten Blick zu Ende. Im Vergleich zu Smartphones und Laptops nutzen Anwender ihre Tablets länger.

Wer also ein langlebiges und technisch nicht so schnell veraltetes Gerät für die Internet-Nutzung sucht, liegt bei einem Tablet ganz offenbar richtig. Doch wer sich für ein Tablet interessiert, stellt schnell fest: Die Unterschiede sind groß. Es gilt, sich vor dem Kauf selbst einige Fragen zu beantworten.

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Welche Bildschirmgröße?

Der Bildschirm dient bei einem Tablet nicht nur für die Anzeige, sondern auch für die Eingabe mit Finger oder Stift. Unmittelbar mit der Größe des Bildschirms gehen Gewicht und Größe des Tablets selbst einher. Wer also einen möglichst großen Bildschirm wünscht, muss hinnehmen, dass das Tablet verhältnismäßig groß und schwer ist. Gängig sind Modelle mit einem 7-Zoll-Bildschirm, die auch bestens für den mobilen Einsatz geeignet sind. Die „Klassiker“ hingegen verfügen über einen Bildschirm mit 9- oder 10-Zoll-Diagonale und bieten einen guten Kompromiss zwischen Mobilität und ausreichend Platz auf der Bildschirm-Oberfläche. Kommt das Gerät eher selten unterwegs zum Einsatz, bietet sich als Alternative ein Tablet mit 11- oder 12-Zoll-Bildschirm an.

Welche Auflösung?

Ganz wichtig ist neben der Größe aber die Auflösung! Sie entscheidet darüber, wie „scharf“ ein Bild tatsächlich empfunden wird. Denn: Je mehr Bildschirmpunkte auf einer Fläche zu sehen sind, umso besser. Bildschirmgröße und -auflösung stehen also in einem direkten Zusammenhang. Die Angabe erfolgt dabei in „Dots per inch“ (dpi), also Punkten je Zoll. Je höher dieser Wert ist, umso besser. Ab etwa 250 dpi kann das menschliche Auge keine Lücken zwischen den einzelnen Punkten mehr wahrnehmen. Geräte, die diesen Wert übertreffen, liefern also hinsichtlich der wahrgenommenen Auflösung das beste Bild. Das ist beispielsweise beim aktuellen „iPad“ mit seinem 9,7-Zoll-Bildschirm und der Auflösung von 2048 mal 1536 Bildpunkten der Fall.

Preiswerte Geräte arbeiten jedoch mit Auflösungen, die deutlich niedriger sind. Das kann für einfache Anwendungen ausreichend sein. Oft aber empfinden gerade Anwender, die primär Text-Informationen über das Tablet konsumieren, eine geringe Auflösung bei vergleichsweise großem Bildschirm als wenig augenfreundlich.

Welches Betriebssystem?

Aktuell konkurrieren vor allem zwei Betriebssysteme um die Gunst der Käufer: iOS von Apple und Android von Google. Dabei kommt die Entscheidung für iOS einer Festlegung auf das „iPad“ von Apple gleich, denn nur auf Modellen dieser Tablet-Baureihe läuft dieses System. Alle anderen, klassischen Tablets arbeiten mit Android. Microsoft bietet sein Windows auf sogenannten Convertible-Tablets an, die sich mit Hilfe einer Tastatur auch als Laptop nutzen lassen. iOS und Android unterscheiden sich hinsichtlich der Funktionen und der angebotenen Software kaum.

Oft führt daher das verwendete Smartphone zur Entscheidung beim Tablet-Kauf. Wer mit einem iPhone telefoniert, kennt von dort bereits iOS und möchte es im Regelfall auch auf seinem Tablet nicht missen. Umgekehrt trifft das auf Nutzer von Smartphones mit Android-Betriebssystem ebenfalls zu.

Welcher Prozessor?

Der Prozessor bestimmt die Geschwindigkeit, mit der ein Tablet arbeitet. Beim Abruf von E-Mails oder Nachrichten-Seiten im Internet spielt diese Geschwindigkeit keine Rolle. Folglich genügt für solche Anwendungen auch ein vergleichsweise leistungsschwacher Prozessor. Wer jedoch auf schnelle Ergebnisse bei der Foto- oder Video-Bearbeitung, bei komplexen Berechnungen oder bei Spielen wert legt, der sollte sich für ein Tablet mit leistungsstarkem Prozessor entscheiden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Kerne der Prozessor hat und je höher seine maximale Taktfrequenz liegt, desto schneller arbeitet am Ende das Tablet. Die einfachere „Faustformel“ jedoch lautet: Je teurer ein Tablet, umso leistungsfähiger ist es auch.

Wieviel Speicherplatz?

Käufer eines iPad müssen sich bereits beim Kauf eines Gerätes auf die Speicherplatz-Kapazität festlegen. Denn eine Aufrüstung ist hier nicht möglich. Bei den meisten Geräten mit Android-Betriebssystem ist das anders. Hier ist zwar fester Speicher verbaut, eine Aufrüstung mittels zusätzlicher Speicherkarte aber im Regelfall möglich.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Speicher, desto besser. Selbst wenn nur wenige Apps installiert werden, benötigen Fotos und Videos viel Platz und schnell sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Nur wer sicher ist, dass das Tablet einzig für den E-Mail- und Informations-Abruf zum Einsatz kommt, kann sich mit 16 oder 32 GByte zufrieden geben. Ansonsten sind 64, 128 oder mehr GByte empfehlenswert. Die haben allerdings – insbesondere bei den Apple-Geräten – ihren Preis.

Welche Kamera?

Hinsichtlich der eingebauten Kamera(s) gibt es große Unterschiede. In Einsteiger-Modellen ist häufig nur eine Kamera an der Frontseite vorhanden und deren Auflösung reicht allenfalls zum Videotelefonat mittels „Skype“. Wer Fotos in akzeptabler Qualität machen will, sollte auf eine hochauflösende Kamera an der Rückseite achten. Dann lässt sich die Aufnahme auch gleich auf dem Bildschirm kontrollieren. Die Auflösung sollte bei mindestens acht Millionen Bildpunkten liegen. Kameras sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite sind heute jedoch fast schon Standard. Dass die Auflösung der Kamera an der Frontseite geringer ist, ist akzeptabel.

Welche Module?

Alle Tablets verfügen mindestens über ein Wireless-LAN-Modul. Damit ist ein Datenaustausch innerhalb eines privaten oder öffentlichen Funknetzwerkes möglich. Wer jedoch auch dort Daten empfangen und senden will, wo kein WLAN, dafür aber ein Mobilfunknetz zur Verfügung steht, benötigt ein entsprechendes Modul mit UMTS-, GPRS- beziehungsweise LTE-Unterstützung. Eine Nutzung ist dann aber nur möglich, wenn auch eine SIM-Karte im Gerät steckt. Damit sind Folgekosten wie bei der Smartphone-Nutzung verbunden.

Wer viel auf Reisen ist und dann auf ein im Vergleich zum Smartphone größeres Display nicht verzichten will, sollte auf die integrierte Mobilfunk-Technik achten. Ein Bluetooth-Modul schließlich sorgt für Verbindungen auf kurzer Distanz, beispielsweise zu externen Lautsprechern, Druckern und anderen Geräten wie Smartphones oder Digitalkameras. Ein Datenaustausch ist dann ohne zusätzliches Funknetzwerk möglich.

Ein GPS-Modul dient einzig dem Empfang von Daten zur Ermittlung des eigenen Standortes und der Navigation. Das kann sinnvoll sein, wenn das Tablet im Fahrzeug als Navigationssystem zum Einsatz kommen soll. Zu bedenken ist hier jedoch der verhältnismäßig hohe Energieverbrauch bei aktiviertem GPS-Modul.

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