Montag, 21. April 2014

05. März 2012 21:35 Uhr

CeBIT 2012 eröffnet

Merkel wirbt für Vertrauen in Hochtechnologie

Die Offenheit des Internets bei besserem Datenschutz ist das große Thema der CeBIT 2012. Kanzlerin Angela Merkel und Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt gaben den Startschuss.

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Zum Beginn der Hightech-Messe Cebit  haben Bundesregierung und Wirtschaft um Vertrauen in neue  Technologien geworben. Je selbstverständlicher Hochtechnologie im Alltag werde, «desto mehr ist es wichtig, dass man vertrauen kann»,  sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Hannover.  Verbrauchern allerdings fällt es einer Umfrage zufolge im Internet  schwerer als in der realen Welt, Vertrauen zu fassen.

Merkel verglich das Eindringen von Hochtechnologie in den Alltag  mit der Elektrizität, die mittlerweile als selbstverständlich  wahrgenommen werde - und auf die sich die Menschen verließen. «Wir  haben riesige Chancen. Aber wir müssen diese Chancen auch nutzen»,  sagte die Kanzlerin. Deutschland dürfe es nicht genügen, nur  innerhalb der EU gut zu sein: «Unsere Zielmarke müssen immer die  Besten der Welt sein.»

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Vertrauen ist das Leitmotiv der Cebit

Vertrauen in neue Technologien ist dieses Jahr das Leitmotiv der Cebit. Dabei geht es um Sicherheit und Datenschutz beim sogenannten  Cloud Computing. Beim Rechnen in der Wolke sind Anwendungen und  Daten nicht mehr auf dem PC oder Laptop gespeichert, sondern ins  Internet ausgelagert. Beispiele sind etwa Webmail-Angebote oder  Dienste zum Speichern von Fotos im Netz.

Eine am Montag zur Cebit präsentierte Umfrage im Auftrag des  Branchenverbands Bitkom zeigte, dass deutsche Verbraucher solche  Dienste zwar zu großen Teilen nutzen. Zugleich fällt es ihnen  demnach im Internet aber schwerer als im realen Leben, die  Vertrauenswürdigkeit von Menschen und Unternehmen einzuschätzen.  Bitkom-Präsident Dieter Kempf betonte deshalb bei der Eröffnung,  beim Leitthema der Cebit gehe es «um die Basis unseres Geschäfts: das Vertrauen».

Google-Präsident Schmidt preist «Verbundenheit» durch das Internet

Der Präsident des Internetriesen  Google, Eric Schmidt, hat eine neue «Verbundenheit» durch das  Internet gepriesen. Moderne Technologien bewirkten zwar keine  Wunder, doch das Verbunden-Sein helfe dem Fortschritt und der  Technologie, sagte Schmidt bei der Eröffnung der Cebit am Montagabend. Noch profitiere nur ein kleiner  Teil der Menschheit davon, doch das werde sich ändern. Smartphones machten es den Bewohnern vieler Regionen der Welt möglich, das  Computer-Zeitalter zu überspringen und sofort Zugang zum Internet  zu erhalten.

»Stellen Sie sich vor, wie viel besser die Welt wäre, wenn fünf  Milliarden Menschen mehr als jetzt online wären», sagte Schmidt. «Sie brächten bedeutend mehr Innovation, mehr Kreativität.» Mit dem  Miteinander-Verbunden-Sein gehe auch eine neue Transparenz einher.  «Die Daten werden die Art und Weise verändern, wie Regierungen  handeln.» Dabei verwies er auch auf Syrien, von wo aus täglich neue  Berichte aus den Rebellen-Hochburgen die Welt erreichten. «Es wird  weniger Orte geben, an denen Diktatoren sich verstecken können»,  sagte Schmidt.

Technologie werde einen Ausgleich in der Gesellschaft schaffen,  sagte der Vorsitzende des Google-Verwaltungsrats. «Wir werden  gleicher werden.» Gleichwohl müssten Staaten und Unternehmen  handeln, «um das Entstehen eines digitalen Kastensystems zu  verhindern». «Lasst uns eine Welt bauen, in der jeder die Chance  hat, sich zu verbinden», forderte Schmidt.

Partnerland der Cebit ist diesmal Brasilien

Die brasilianische  Präsidentin Dilma Rousseff betonte in ihrer Rede zur Eröffnung der  Cebit die Bedeutung des Internets für den sozialen Fortschritt.  Moderne Technologien seien «Instrumente zur sozialen Integration  und zur Ausübung von Bürgerrechten», sagte sie. Deshalb dürften sie  nicht die Instrumente von nur wenigen Menschen sein.

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