Freitag, 20. Oktober 2017

15. März 2017 07:05 Uhr

Video-Streaming

Netflix, Amazon Video und Maxdome erobern den Massenmarkt

Streaming-Anbieter sind die neue Kraft in der TV-Industrie. Mit eigenen Produktionen und hochkarätigen Schauspielern machen die Dienste den klassischen Sendern Konkurrenz.

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Ob mit Notebook im Bett oder mit Freunden vor dem Fernseher: Ein paar Folgen der Lieblingsserie gehen immer.
Foto: fotolia, Archivbild

Mit wachsender Verbreitung von schnellen Internet-Anbindungen und netzfähiger TV-Geräte wird das Streaming zunehmend populär. Laut einer Studie von Goldmedia nutzten im Sommer 2016 in Deutschland 43 Prozent aller Internetnutzer kostenpflichtige Angebote - das sind rund 24 Millionen Nutzer. 

Deutsche Anbieter wie Maxdome und Videoload sind bereits seit Mitte der 2000er Jahre am Start. Doch erst in diesem Jahr dürften Angebote auf Basis von Abo-Modellen erstmals höhere Umsätze erzielen als Einzelabrufe. Das zumindest ergab eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Demnach handelt es sich bei den Streaming-Angeboten um einen Milliardenmarkt, der vor allem junge Leute anspricht. Doch auch unter den 50- bis 64-Jährigen schauen bereits zwei Drittel Filme per Abruf.

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Netflix und Amazon räumen bei den Oscars ab

Vor allem die global agierenden amerikanischen Anbieter Netflix und Amazon Prime Video haben hochgesteckte Ambitionen - und machen dabei mehr und mehr traditionellen Hollywood-Produktionen oder TV-Sendern Konkurrenz. Netflix-Chef Reed Hastings will gar die Zukunft des Fernsehens gestalten. Die Newcomer visieren dabei auch die begehrtesten Auszeichnung der Branche, die Oscars und Golden Globes, an - und das mit Erfolg. Auch Apple dreht bereits erste eigene TV-Shows, wenn auch nur im kleineren Format.

Bei der jüngsten Oscar-Verleihung räumten Amazon und Netflix ab. Amazon erhielt gleich zwei Oscars für «Manchester by the Sea», einen weiteren Oscar gab es für das iranische Drama «The Salesman». Konkurrent Netflix gewann mit «The White Helmets» die Auszeichnung für die beste Dokumentation. Damit dürfte der Anspruch langsam aufgehen, sich mit exklusiven Produktionen von der großen Film- und TV-Konkurrenz abzuheben. 

Matthias Schweighöfer an Amazon-Produktion beteilligt

Amazon setzt dabei auf Kooperationen mit bekannten Filmschaffenden wie etwa Woody Allen. Für Deutschland verpflichtete das Unternehmen für eine erste eigene TV-Serie den Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer. In «You are Wanted» spielt er einen Mann, dessen Leben durch einen Hacker-Angriff durcheinandergewirbelt wird - der Film feiert in dieser Woche Premiere. 

Netflix will mit der Mystery-Serie «Dark» hierzulande punkten. Der Zehnteiler ist für den Winter dieses Jahres angekündigt und erzählt unter der Regie von Baran Bo Odar die düstere Geschichte über das Verschwinden zweier Kinder in einer deutschen Kleinstadt. Europaweit lässt sich Netflix seine Eigenproduktionen weit mehr als eine Milliarde Dollar kosten.

Mit der ersten Serie «House of Cards» mit Oscar-Preisträger Kevin Spacey hatte Netflix 2013 den Grundstein für eine Erfolgslauf gelegt. Anders als im klassischen TV veröffentlichen die Streamingdienste die einzelnen Staffeln oft in einem Schwung.

Netflix zählte zuletzt rund 93 Millionen Kunden weltweit. Amazon zog mit seinem eigenen Streaming-Dienst, der in das Prime-Angebot des Versandhändlers integriert ist, 2014 nach und kommt inzwischen laut Schätzungen auf über 60 Millionen Kunden weltweit. Angaben vom Unternehmen selbst gibt es nicht. 

Christian Ulmen und Fahri Yardim bei Maxdome

Maxdome von ProSiebenSat.1 Media hat nach eigenen Angaben mit über 50 000 Filmen und Serien in Deutschland das größte Angebot - und investiert seit letztem Jahr ebenfalls in Eigenproduktionen. Im Januar ging die Serie «Jerks» mit Christian Ulmen und Fahri Yardim an den Start - die es inzwischen allerdings auch bei ProSieben zu sehen gibt. Videoload der Deutschen Telekom ist für einige Smart-TV als App sowie über den Streamingdienst Entertain verfügbar. dpa

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