Donnerstag, 21. August 2014

13. November 2012 15:21 Uhr

Internet

Virus statt Flugticket: Gefährliche E-Mails kursieren

Rechtschreibfehler oder holpriges Deutsch sollten stutzig machen: Derzeit sind Mails im Umlauf, die angeblich ein Flugticket im Anhang enthalten. In Wirklichkeit aber ist es ein Virus. Experten warnen vor dem Öffnen, wenn man keine solche Mail erwartet hat.

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Kein Spaß: Viren, versteckt in Anhängen von Mails, können schwerwiegende Folgen haben. Foto: Andrea Warnecke dpa

E-Mails mit einem angeblichen Flugticket im Anhang verunsichern derzeit viele Nutzer. Wer die in der falschen Airline-Mail angehängte Datei öffnet und ausdrucken will, holt sich einen Virus auf den Rechner, warnt Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auch wenn die Nachricht noch so echt aussieht und Neugierde oder Empörung groß sind: «Das ist nicht so eilig, dass man gleich klicken müsste.» Wer sich sicher ist, dass weder er noch Partner oder Familienmitglieder ein Ticket bestellt haben, kann so eine Mail gleich löschen.

Wenn man sich unsicher ist, empfiehlt Thomas-Martin, die Mail erst einmal liegen zu lassen und bei Verwandten und Bekannten herumzufragen. «Wir raten auch, zum Beispiel den Betreff einige Tage später in eine Suchmaschine einzugeben», sagt die Expertin. «Da findet man dann meist Foren, in denen das diskutiert wird.» Außerdem lohne sich ein Blick auf die Webseite des Unternehmens, dessen Namen die Online-Kriminellen mutmaßlich missbrauchen. Zumindest bei im großen Stil verschickten Viren- oder Phishing-Mails finden sich dort oft aktuelle Warnhinweise, weiß Thomas-Martin. Ist die Unsicherheit extrem groß, bleibe auch immer noch die Möglichkeit, das Unternehmen oder die Institution anzurufen.

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Die Bedrohung durch Viren- und Phishing-Attacken nimmt nach Einschätzung der Verbraucherschützerin zu. «Wir kommen gar nicht mehr nach mit den Warnungen vor neuen Maschen.» Dass Banken keine E-Mails verschicken, um zum Beispiel sensible Daten abzufragen oder die Kündigung von Konto oder Kreditkarte anzudrohen, habe sich inzwischen herumgesprochen. In allen anderen Bereichen sei das Überraschungsmoment bei Verbrauchern aber immer noch hoch. Von der falschen Rechnung bis hin zur vorgegaukelten Steuererstattung kennt die Fantasie der Kriminellen keine Grenzen.

Grundsätzlich sollten Nutzer deshalb immer zweimal nachdenken, bevor sie einen Anhang öffnen oder auf einen Link in einer Mail klicken, rät Karin Thomas-Martin. Zum Schutz unentbehrlich seien auch ein aktueller Virenscanner und eine aktuelles Betriebssystem. (dpa)

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