Höchstädt (mia) - Knapp 500 Unterschriften sind nötig, um in Höch-städt ein Bürgerbegehren in Gang zu setzen. Für die Marktplatzumgestaltung gibt es inzwischen doppelt so viele. "Wir haben schon tausend Unterschriften", zieht Rudolf Kimmerle, 1. Vorsitzender des Fördervereins Stadt Höchstädt, im Gespräch mit der Donau-Zeitung Bilanz.

Ob es zu einem Bürgerbegehren kommen wird, steht noch nicht fest. "Es heißt, die Bürger würden aus Sympathie unterschreiben. Doch in den Stadtrat wurde ich nicht gewählt. Es geht also um die Sache", sagt Kimmerle, der zwei Mal für das Kommunalparlament kandidierte. Die Zustimmung wertet er als Ablehnung der Pläne der Stadt. Die Bürger unterschrieben folgenden Text: "Sind Sie dafür, dass der Marktplatz und der Brunnen neu überplant wird und zwar so, dass der bisherige Standplatz für den hl. Nepomuk sowie für den Christbaum erhalten bleibt?" Als Begründung wird genannt, der Marktplatz sei über Jahrhunderte gewachsen und solle nicht im Hauruck-Verfahren geändert werden. Kimmerle hofft darauf, dass sich die Stadt von der Menge der Bürger beeindrucken lässt, die für eine Neuplanung des Marktplatzes ist - und dass es zu einem klärenden Gespräch kommt.
Die Rechtmäßigkeit eines Bürgerbegehrens muss ohnehin noch vom Landratsamt geprüft werden. Derzeit ist dazu keine Aussage möglich. "Uns liegen keine Unterlagen vor", sagt Martina Klement, Juristin am Landratsamt. Bei der Rechtmäßigkeit komme es auch auf konkrete Formulierungen an, sagt Klement. Während sich die eine Seite formiert und eine Neuplanung will, laufen auf der anderen Seite die Vorarbeiten an. "Ab Montag geht es auf dem Marktplatz weiter", ist aus dem Rathaus zu hören. Die Arbeiten seien ordnungsgemäß vergeben, die Planung abgestimmt und mehrmals vorgestellt worden. Am heutigen Donnerstagabend werden organisatorische Dinge mit den Anliegern besprochen. Dabei gehe es um Sperrungen, Zu- und Abfahrten, Verlegen elektrischer Leitungen, informiert Bürgermeisterin Hildegard Wanner.
"Reinhard Kunzmann hat die Mittlerrolle und Aufsicht übernommen", betont Wanner. Sie sehe keinen Grund für weitere Änderungen, zumal man sich in der vergangenen Sitzung des Stadtrats nicht öffentlich auf weitere Kompromisse verständigt habe. Für das Baumgeviert in der Mitte des Platzes würden niedrigere Platanen ausgesucht und der Standort von Weihnachts- und Maibaum sollte vorübergehend weiterhin auf dem Marktplatz sein, erläutert Hildegard Wanner.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: