Samstag, 18. November 2017

14. November 2017 19:36 Uhr

Verkehrskonzept

1406 Unterschriften für Ampeln in Lauingen

So viele Menschen haben ihren Namen in die Listen eingetragen. Sie fordern, dass sich etwas ändert, dass das Lauinger Verkehrskonzept angepasst wird. Die Stadt will das auch.

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Kai Bewig (rechts), Initiator der Unterschriftenaktion gegen das Verkehrskonzept, hat seine Listen am Dienstag dem stellvertretenden Lauinger Bürgermeister Dietmar Bulling (zweiter von rechts) überreicht. Die, die zu Übergabe gekommen sind, stehen stellvertretend für 1406 Menschen, die gegen das Konzept unterschrieben haben.

Eine Handvoll Menschen wartet vor dem Lauinger Rathaus. Gesprächsfetzen sind zu hören. Es geht um das Thema, das hier seit Monaten wie kein anders diskutiert wird. „Wie oft ich aufpassen muss, dass die mich nicht umfahren“, heißt es, und „die Leute sind ja so verunsichert.“ Schwer sei es, über die Straßen zu kommen. „Vor allem die Kinder, die trauen sich gar nicht mehr rüber.“ – „Ja, und die Alten.“

Es ist Mittag. Die kleine Ansammlung wartet auf Kai Bewig. Den Mann, der eine Unterschriftenaktion initiiert hat, der der Stadt zeigen will, wie viele Menschen die Verkehrssituation für nicht mehr tragbar halten. Um 12.15 Uhr will er seine Listen übergeben. Als er auftaucht, hat er eine rote Kiste in der Hand. Darauf prangt eine Zahl: 1406. So viele Unterschriften hat er gesammelt, innerhalb einer guten Woche. Bewig hängt sich ein Schild um den Hals. Unter der Überschrift „Lauingens neue Verkehrsregelung ab März 2017“ stehen da Sätze und Schlagworte wie „Ein Totalschaden!“ und „Bürger meiden die Innenstadt, Geschäfte haben weniger Umsatz.“ Darunter seine Forderung: „Zieht endlich die Notbremse und schaltet die Ampeln wieder an!“

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Die Tür des Rathauses öffnet sich. Dietmar Bulling tritt heraus. Der stellvertretende Bürgermeister Lauingens grüßt die kleine Gruppe freundlich, posiert für Fotos und bittet herein. „Ich mache das sehr gerne“, sagt er, als alle am Tisch im Bürgermeisterbüro Platz genommen haben. Der Bürgermeister selbst hat einen Termin, der Stellvertreter nimmt sich aber Zeit. Das Engagement sei schließlich „wirklich zu honorieren“.

Bulling bemüht sich, seinen Gegenübern den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Das Thema steht heute Abend auf der Tagesordnung im Stadtrat“, erklärt er. Wie bereits vor einem Monat. Damals hatte sich der Rat nicht einigen können, deshalb blieb es bei dem aktuellen Konzept. Bei der Spielstraße um den Marktplatz. Der Rechts-Vor-Links-Regelung, die viele zu verwirren scheint. Und die Ampeln blieben aus.

Es ist noch nicht einmal so, als gäbe es im Stadtrat eine große Gruppe, die das aktuelle Konzept behalten will. Es geht um die Frage: Was kommt stattdessen? Bulling ist ein Vertreter der Fraktion Sofortmaßname. „Als Sofortmaßnahme müssen die Ampeln wieder eingeschaltet werden und Tempo 20 muss kommen“, sagt er. Andere wollen zu einem komplett neuen Verkehrskonzept wechseln. Das zu erarbeiten, würde aber dauern. So kam das Patt bei der letzten Abstimmung zustande, es änderte sich erst einmal nix.

Bulling erklärt: „Wir haben klipp und klar gesagt: Das ist ein Versuch.“ Mittlerweile sei der Rat zum Ergebnis gekommen, etwas zu ändern. Er weißt darauf hin, wie kompliziert das Verkehrsrecht ist. Dass es eine Voraussetzung für die Tempo-30-Zone war, die Ampeln abzuschalten. Dass die Stadt im Vorfeld die entsprechenden Behörden kontaktiert hat. „Bei der Einführung hieß es, wir können das so machen.“

Er bezieht sich auf den Vorwurf, das Konzept sei rechtswidrig. Der Dillinger Horst Böhringer, der auch zur Übergabe der Listen gekommen ist, hat Klage eingereicht, nachdem die Regierung von Schwaben eine Beschwerde von ihm abgewiesen hatte. So einfach sei es aber nicht, sagt Bulling. Zwei Rechtsexperten bedeuteten auch zwei Meinungen.

Bewig bleibt bei seinen Vorwürfen. „Sie hätten früher eingreifen müssen“, sagt er. Er spricht von einer „Testphase auf Kosten der Sicherheit der Bürger“. Es habe einen Unfall gegeben, wegen der Regelungen. Die Situation sei ein Chaos.

„Chaos“ sei übertrieben, sagt der Zweite Bürgermeister. Immerhin: Lkws seinen durch das Konzept aus der Stadt vertrieben worden. Aber es gebe eben nach wie vor viel Verkehr, der größt Teil stamme aus Lauingen selbst. Er sagt vehement, niemand solle glauben, die Stadt wolle hier gegen Einwohner arbeiten. „Ich mache doch keine Politik gegen die Bürger. Ich bin doch nicht bescheuert.“ Aber: „Egal was wir machen: Es wird immer Kritik geben.“ Denn das perfekte Konzept für Lauingen gebe es nicht. Bewik entgegnet, mit Blick auf die Stadtratssitzung: „Ich hoffe, dass heute Abend auch wirklich die Änderung kommt.“ „Das hoffe ich auch“, entgegnet Bulling.

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Dietmar Bulling | Lauingen

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Ein Artikel von
Jakob Stadler

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontär

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