Und dann ist da nur Stille: Am Ende der Aufführung im Rittersaal, bei der die Schlacht von 1704, "the Battle of Blenheim" lebendig geworden ist, applaudieren die Besucher nur zögerlich. Nicht, weil das Musikspiel von Robert Christa keinen Beifall verdient, sondern weil der Vortrag am Samstagabend so ergreifend war.
Das Publikum ist voll des Lobes für alle Akteure im Rittersaal. "Die Schlacht wurde lebendig, als sei sie noch keine 300 Jahre her", Marian Springer aus Sonderheim, der mit seiner Frau die Vorstellung besuchte, fasst zusammen, was viele Besucher empfinden. Höchstädts Heimatpfleger Georg Strobel zeigt sich bewegt. "Die Vorstellung ging mir sehr nahe", meint er.
Obwohl der Heimatpfleger nicht auf der Bühne stand, waren doch er und Erwin Mayer, Vorsitzender des Blindheimer Heimatvereins, im Mittelpunkt der Veranstaltung. Durch ihre leidenschaftliche Darstellung der Ereignisse habe Christa erstmals richtig verstanden, "was Geschichte wirklich bedeuten kann", sagt er in seinen einleitenden Worten zum Benefiz-Konzert, dessen Erlös der "Kartei der Not", dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugutekommt.
Es sei wichtig, auch zu geschichtlichen Vorgängen Emotionen zu wecken, so Christa. Mit seiner Musik und den Worten wolle er die Menschen auffordern, wieder hinzuhören, auf die verstummten Schreie der verletzten Soldaten, den Trommelwirbel, das Donnern der Kanonen. Mehr als beeindruckend ist der musikalische Vortrag von Günther Englert (Piano), Rolf Jäger (Viola) und Lioba Bruns (Violoncello). Sprecher Hans-Peter Eiden
Die Schlacht ist 300 Jahre her, die Gedenkfeiern im Jahr 2004 sind vorüber und bei vielen auch schon wieder vergessen. Doch der Krieg auf dem heimatlichen Boden veränderte die Welt.
Ein Werk gegen das Vergessen
Was bringt den 46-jährigen Christa dazu, sich mit der Schlacht von 1704 zu beschäftigen? "Die Ereignisse fanden bei mir vor der Haustüre statt, das ehemalige Schlachtfeld sehe ich jeden Tag. Meine Arbeit ist ein Stück gegen das Vergessen." Bereits für die Gedenkfeiern komponierte er das Stück mit einer Chorfassung, von der es eine CD gibt.
Seit gut einem Jahr arbeitete Robert Christa daran, das Werk für einen kleinen Rahmen umzugestalten. "Der Rittersaal im Schloss ist dafür ideal", so Christa. Die Musik traf mit jedem Ton die Stimmung der Zuhörer, einfühlsam und teilweise bedrückend realistisch formten sich Bilder. Christa hat ein Werk geschaffen, das am Samstag erstmals in dieser Form aufgeführt wurde. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: