Dillingen Bein hoch, Bein runter. Und die Füße nicht abtrocknen. Stadtführerin Christine Schneider gibt Leserinnen und Lesern unserer Zeitung die genaue Anweisung, wie man richtig kneippt. Und sie zeigt den Storchengang beim Wassertreten an einer historischen Stelle, der Natur-Kneipp-Anlage im Dillinger Auwald. "Es ist der Ort, an dem sich Sebastian Kneipp einst selbst kurierte", sagt Christine Schneider. Im November 1849 stieg der Theologe dort am alten Lauf der Donau zum ersten Mal ins eiskalte Wasser, um auf diese Weise seine lebensbedrohliche Tuberkulose zu besiegen. Von Berthold Veh

Die Wiege der Lehre
Etwa 100 Leser sind am vergangenen Dienstagabend gekommen, um bei der ersten DZ-Sommerführung auf den Spuren des Wasserdoktors zu wandeln. Oberbürgermeister Frank Kunz weist bei der Begrüßung am Stadtsaal darauf hin, dass in Dillingen die Wiege der Kneipp'schen Lehre stehe: "In Dillingen hat Kneipp seine Anwendungen erfunden, in Bad Wörishofen ist er nur gestorben." Drei Gruppen erhalten von Lore Schneider, Erika Schweizer und Christine Schneider eine erstklassige Einführung in das Leben und die Lehren des Pfarrers. Die Regenschirme, die stellvertretender DZ-Redaktionsleiter Berthold Veh als kleines Dankeschön verteilt, brauchen die Leserinnen und Leser nicht. Bei hochsommerlichen Temperaturen tun sie als Sonnenschirme gute Dienste.
Dietmar Kunz gehört zu der Gruppe, die auf dem großen Kneipp-Rundweg bis zum Natur-Kneipp-Anlage bei der Donau wandert. Der Haunsheimer genießt die Abkühlung im frischen Quellwasser. "Das Wasser hier ist fantastisch, da wird man nicht mehr krank", sagt er. Bei vielen Radtouren hat Kunz bereits an diesem historischen Ort haltgemacht. Die Sonnenstrahlen dringen durch das Laub der Bäume und tauchen die Anlage in ein herrliches Licht. Die Franziskanerin Simone Wiedemann ist ebenfalls begeistert: "Ein wunderschöner Nachmittag ist das." Sie kennt die Kneipp'schen Anwendungen, dadurch sei sie gesundheitlich stabiler geworden, sagt die 74-Jährige.
Auch die Lauingerin Hildegard Zenetti lässt sich die Sommerführung mit der DZ nicht entgehen. Über den Storchengang weiß die Storchenexpertin aus der Albertus-Magnus-Stadt Bescheid. Weiter geht es zum Kneipp-Denkmal des Münchner Künstlers Nida-Rümelin an der Staufstufe. Christine Schneider gibt immer wieder Tipps des Wasserdoktors: "Wenn Sie nicht einschlafen können, waschen Sie sich kalt ab und gehen Sie ins Bett, ohne sich abzutrocknen."
Im Taxispark begeben sich Leser mit Erika Schweizer auf den Wohlfühlpfad. "Das Armbad ist die Tasse Kaffee des Kneippianers", sagt die Dillinger Kneippvereinsvorsitzende. Sie erklärt die fünf Säulen der Kneipp'schen Lehre (Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen, Lebensart). Und sie sagt, dass der eigene Leidensdruck sie zur Lehre des Theologen geführt habe: "Ich hatte ständig Erkältungen - und da kam ich auf Kneipp." Erika Schweizer fing mit Tautreten an. Und sie empfiehlt unseren Lesern, in den eigenen Körper reinzuhören, was ihm guttut. Barbara Schödl (Höchstädt), Rosemarie Greck (Dillingen) und Marianne Sturm (Steinheim) sind nach dem Gang auf dem Wohlfühlpfad begeistert. "Eine Superführung, man kann immer etwas dazulernen", sagt Marianne Sturm. Sie will auf jeden Fall bei den nächsten DZ-Sommerführungen dabei sein.
Bei uns im Internet: Weitere Fotos von der DZ-Führung finden Sie unter donau-zeitung.de/bilder
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