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18. Oktober 2009 19:00 Uhr

Anlage für den Fledermauskunstflug und Froschwendeplatte

Dillingen Seit rund sechs Wochen Kulturtage, Aufspielen beim Wirt oder diverse Vereinsfeste, Veranstaltungen, die den gesellschaftlichen und kulturellen Horizont von WV-Mitgliedern und besonders viele, für den Landkreis verantwortliche Politiker, zu überschreiten scheinen. Anders ist es nach den Worten von Bruder "Wolfgang" nicht zu erklären, dass der Stadtsaal beim herbstlichen Bockbieranstich der Wirtschaftsvereinigung Dillingen nicht aus den Nähten platzt und mit gerade mal rund 160 Besuchern nur sehr spärlich besetzt ist. Von Horst von

Ohne Mühen mit zwei Schlägen angezapft

Einzig Dillingens OB Frank Kunz ist in Begleitung von "vier" Stadträten erschienen, um sich dem "Derblecken" von Bruder "Wolfgang" zu stellen, wobei er zuvor noch eine wichtige Aufgabe übernehmen musste. Den Anstich des ersten Bockbierfasses, was er im Kreise der Stadträte und Monika Joas Organisatorin diese Veranstaltung sowie Gerhard Kitzinger, stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Dillingen, ohne Mühe mit zwei Schlägen bewältigt.

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Anschließend läutet "Bruder Wolfgang" sein Derblecken ein und nimmt gleich die neue Büroeinrichtung von OB Kunz aufs Korn. "Sie zeugt von Dynamik und Weitsicht" sagte Bruder Wolfgang und mit diesen Eigenschaften habe der OB im Stadtrat fabelhafte Harmonie hergestellt. Darüber hinaus trage der OB seinen Anliegen und Beschlüsse mit dermaßen gedämpfter Stimme vor, dass schon aus akustischen Verständigungsgründen kein Widerspruch möglich sei.

"Das Chaos von Höchstädt"

Der Harmonie in Dillingen stellt Bruder Wolfgang das "Chaos von Höchstädt" gegenüber. Denn seit der Landtagsabgeordnete Georg Winter sich aus der Stadtpolitik zurückgezogen habe, laufe Bürgermeisterin Hildegard Wanner alles aus dem Ruder. Sieben Umgehungstrassen für die B 16, eine Fledermauskunstfluganlage mit Froschwendeplatte und ein Marktplatzbrunnen, dessen Wasserlaufrinne jedem Pissoir zu Ehren gereiche.

St. Gottfried und die größere Basilika

"Doch halt, auch in Dillingen glänzt nicht alles". Der neue Wohlfühl-Taxispark sei für die Bürger sehr schwer anzunehmen. Denn wer könne ein Kneippbecken benützen, das von den sommerlichen Parkbewohnern als Kühlanlage für Bierflaschen oder -dosen verwendet werde? Und St. Gottfried, wann werde der Bau dieser neuen, größeren Basilika endlich in Angriff genommen mit einem großen Eingangstor, damit endlich mal zur Freude von Monsignore Fellner ein größerer Christbaum das Gotteshaus schmücke. Für das "Museum Lauingen" forderte Bruder Wolfgang, in Zukunft Eintrittsgeld zu erheben.

Daneben bekamen noch das eine oder andere Geschehen im Landkreis Dillingen ihr Fett ab, und als Bruder Wolfgang sein "Derblecken" mit einem "Prost Gemeinde" beendete, brandete tosender Beifall auf und über manche ironische Randnotiz des Vortrags wurden an den Tischen noch kräftig weitergeschmunzelt.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete mit angemessener Lautstärke und schönem Bläsersound die Stadtkapelle Dillingen und für eine gelungene, vom Publikum mit viel Beifall belohnte volkstümliche Popmusikeinlage sorgten die Geschwister Tatjana, Julian und Simon Popp aus Dischingen.

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