Beim Bau der neuen B 16 will der Höchstädter Stadtrat nun an einem Strang ziehen. Günter Ballis (FDP) würdigte in der Stadtratssitzung am Montagabend die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums für die Nordtrasse durch das Wasserschutzgebiet als "ein schönes Weihnachtsgeschenk". Von Berthold Veh

Etwa 20 Hörer verfolgten die Debatte, bei der Bürgermeisterin Hildegard Wanner über die Entscheidung des Ministeriums für die Nordtrasse WSG (DZ berichtete) informierte. Die Rathauschefin wiederholte ihren Appell aus der Jahresschlusssitzung, diese Entscheidung zu respektieren. "Nur wenn wir die Behörden unterstützen, kann es mit der Baugenehmigung zügig vorangehen." Die Stadt habe nun die Aufgabe, bei der Planung die Interessen Höchstädts und der Betroffenen zu vertreten. Der Leiter des Staatlichen Bauamts Krumbach, Willi Weirather, sagte auf Anfrage der DZ, dass sich die Behörde Ende Januar mit der Stadt Höchstädt zur Abstimmung der weiteren Vorgehensweise an einen Tisch setzen werde. "Wir wollen so schnell wie möglich mit der Vorentwurfsplanung beginnen." Der Bauamtsleiter riet davon ab, eine genaue Zeitschiene festzulegen (siehe Info-Kasten). Man wisse nicht, welche neuen Argumente beim Planfeststellungsverfahren der Regierung von Schwaben auftauchen könnten. Und es sei ja auch offen, ob gegen die neue B 16 geklagt werde. Willi Weirather: "Es dauert schon noch ein paar Jährchen, aber nach der Entscheidung des Ministeriums wissen wir jetzt, wo es hingeht."
In der Diskussion im Stadtrat zeigte sich 3. Bürgermeister Hans Mesch (FW) ebenfalls erleichtert, dass endlich die Trassen-Entscheidung gefallen sei: "Wir sind ein Stück weiter auf dem Weg zur neuen B 16." Die Freien Wähler hätten sich als erste für die Nordtrasse festgelegt. Mesch appellierte an Wanner, die Stadtratskollegen und die Behörden, gemeinsam die Verwirklichung der neuen B 16 voranzutreiben. Auch Jakob Kehrle (FW) forderte, die Kräfte zu bündeln und Mandatsträger aus der Region an einen Tisch zu holen. Rita Oberfrank (CSU), deren Fraktion für eine umweltfreundlichere Südtrasse votiert hatte, sagte, die Christsozialen hätten die Entscheidung des Ministeriums für die Nordtrasse zur Kenntnis genommen: "Das Verfahren wird von der CSU voll unterstützt. Es wird alles getan, damit das Projekt vorankommt."
"Kein Problem gelöst"
Einzig der Deisenhofer Johann Jall (Umlandfraktion) war unzufrieden. Mit der Nordtrasse durchs Wasserschutzgebiet werde für Höchstädt "kein einziges Problem gelöst". Autos und Lkw aus dem Süden würden nicht auf die neue B 16 geleitet. Das Verkehrsaufkommen am Marktplatz werde nach dem Bau der Nordtrasse so hoch sein wie gegenwärtig. Jall äußerte sein Unverständnis, die B 16 durch das erweiterte Trinkwasserschutzgebiet zu bauen. "Ich bezweifle, dass die Planung einem Gerichtsentscheid standhält", sagte Jall. Möglicherweise werde geklagt. Wolfgang Konle (SPD) fand die Äußerung "respektlos und unangebracht". Klare Worte der Bürgermeisterin in Richtung Deisenhofen seien nötig.
Hildegard Wanner, Simon Wetschenbacher (Umland) und Bernhard Uhl (Forum) zeigten indes Verständnis für Jalls Standpunkt. Wenn die Entscheidung für eine Südtrasse gefallen wäre, "hätten die anderen auch lamentiert", meinte Wetschenbacher. »Kommentar
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