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06. April 2010 05:59 Uhr

Bald Bioenergieregion Nordschwaben?

Landkreis Die Landkreise Dillingen, Augsburg, Günzburg und Donau-Ries könnten sich nach Meinung von Theo Karmann aus Wertingen zur Bioenergieregion Nordschwaben zusammenschließen. "Die Potenziale sind da, die Umsetzung ist bis 2020 möglich", ist der Fachwirt für dezentrale und autarke Energieversorgung von Kommunen sicher. Mit 80 bis 100 Kommunen, die mit erneuerbaren Energien aus der Region versorgt würden, wäre dies eine enorme Stärkung der Region mit zahlreichen Vorteilen. Von Brigitte Bunk

Dass die effiziente Nutzung von Energie von der Politik gewünscht sei, zeige das Erneuerbare Einspeisegesetz. Dabei verweist Theo Karmann auf die Vorgabe der Regierung, 20 Prozent der benötigten Energie regenerativ zu erzeugen. Sieben Prozent seien zurzeit Realität. "Diese Aufgabe gilt es zu lösen", stellt der Berater klar, der im Bereich Energiemanagement tätig ist. Wie das für eine Kommune umgesetzt werden kann, hat Karmann der Gemeinde Villenbach in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Das Beispiel des baden-württembergischen Dorfs Mauenheim bei Tuttlingen mit 430 Einwohnern in 100 Haushalten diente als Vorlage. Hier wurde 2005 eine Biogasanlage gebaut.

Die in Kraft-Wärme-Koppelung produzierte Strommenge von vier Millionen Kilowattstunden übersteigt den Strombedarf Mauenheims bei Weitem. Mit 3,2 Millionen Kilowattstunden Abwärme, die etwa 320 000 Liter Heizöl ersetzt, wird der Grundbedarf für die Wärmeversorgung gedeckt. Die Wärme entsteht als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung und wird durch Kühlregister meist ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Um diese sinnvoll zu nutzen, ist jedoch ein Nahwärmenetz nötig. Leitungen, durch welche diese Wärme zu Haushalten in der Nähe fließen kann, müssen gebaut werden. "Aufgrund der staatlichen Förderung für den Landwirt bei sinnvoller Nutzung der Abwärme ist die Wärme für die Bürger günstig", erklärt Karmann. Dies ist für 20 Jahre festgelegt.

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Bei Tages- und Jahresspitzenzeiten sorgt eine zusätzliche Hackschnitzelheizung dafür, dass die benötigte Energie jederzeit verfügbar ist. Kosten ergeben sich durch die Bau- und Unterhaltskosten des Wärmenetzes, die in Lieferverträgen geregelt werden. "Dadurch ergeben sich dauerhaft günstige und berechenbare Heizkosten für die Bürger." Was auch die Attraktivität für junge Familien steigert.

Villenbachs Bürgermeister Otmar Ohnheiser findet die Ausführungen durchaus für überlegenswert. "Der zuständige Arbeitskreis wird diese Möglichkeit auf jeden Fall in Betracht ziehen." Im Falle der Verwirklichung wäre Villenbach das erste Bioenergiedorf auf dem Weg zur Bioenergieregion Nordschwaben.

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