Höchstädt Keine der möglichen Varianten für die B16 neu in Höchstädt ist aus dem Rennen. Nach Überarbeitung der Abwägung zu den einzelnen Trassen legt sich das Staatliche Bauamt nicht mehr auf eine Rangfolge fest. "Das mag uns den Vorwurf einbringen, dass wir uns vor einer Entscheidung drücken", erklärt Willi Weirather, Chef des Bauamts, gegenüber der DZ. In Höchstädt gebe es viele Möglichkeiten, aber keine Trasse, die gebündelt nur positiv bewertet werden könne, so Weirather. Und er nennt, je nach Streckenführung, unterschiedliche Betroffenheit: Naturschutz, Landwirte, Städtebau. Nun sei es am Bundesverkehrsministerium, die Entscheidung zu treffen.

Ganz ohne wertenden Kommentar wurde die Stellungnahme trotzdem nicht an die Oberste Baubehörde in München weitergeleitet. Gegen die Mitteltrasse sprächen städtebauliche Belange. Bei der Südtrasse sei vermerkt, dass sie nach gesetzlichen Bestimmungen nicht realisierbar ist, erläutert Weirather. Das gelte auch für die "umweltverträgliche" Variante im Süden, die nach der Abstimmung im Stadtrat im Juni neu aufgenommen werden musste. Er wagt die Prognose, auch das Bundesverkehrsministerium könne sich über rechtliche Dinge nicht hinweg setzen.
Mehr Gewicht auf Städtebau
In die neue Abwägung wurde die Stellungnahme der Stadt vom Sommer eingearbeitet. Im Gegensatz zur bisherigen Einschätzung wurde dem Städtebau und der Entwicklungsmöglichkeit der Stadt mehr Gewicht gegeben. In der Gegenüberstellung der Trassen findet dann doch eine gewisse Gewichtung statt. So wird erneut festgestellt, dass die Südtrasse für die Stadt die beste Entlastung vom Verkehr bringt. Die Stellungnahme der Stadt und die Abstimmung zu den Trassen im Juni seien Teil der Unterlagen, die Ausarbeitung der Fraktionen werde nicht mitgeliefert, sagt Weirather.
Die überarbeitete Abwägung wurde in Zusammenarbeit mit der Obersten Baubehörde erstellt. Dabei wurde abgesprochen, auf eine Rangfolge zu verzichten, erklärt Stefan Scheckinger, Pressesprecher im bayerischen Innenministerium. Nach Lage der Dinge habe man sich gemeinsam gegen eine Vorfestlegung entschieden, so Scheckinger. "Das ist eine sinnvolle Vorgehensweise", meint der Pressesprecher.
Für Großteil der Bürger
Er ist der Ansicht, wenn der Bund 20 Millionen Euro in die Hand nimmt, werde er einen Großteil der Bürger zufrieden stellen wollen. "Es wird nichts geplant, was nicht durchführbar ist", betont Scheckinger. Aufgrund der intensiven Zusammenarbeit zwischen Oberster Baubehörde und Bauamt geht Scheckinger davon aus, dass die Unterlagen innerhalb einer Woche von München nach Berlin weitergereicht werden können.
Bürgermeisterin Hildegard Wanner reagiert zufrieden auf die Weitergabe der Unterlagen: "Ich hoffe, dass es bald zu einer Entscheidung kommt und wir Klarheit haben." »Kommentar
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