Alte Stationen von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst sollen abgebaut werden Von Yvonne Salvamoser
Landkreis Einer für alle: Bald sollen Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste über ein gemeinsames Funknetz kommunizieren. Bayernweit werden dafür rund 945 Sendeanlagen gebaut, zehn davon im Landkreis Dillingen. „Bis 2015 wollen wir flächendeckend in ganz Bayern digital funken“, sagt Susanna Bredemeier von Diginet, der dafür zuständigen Projektgruppe im Innenministerium.
Seit 2009 laufe die Standortsuche für das 2006 beschlossene Bund-Länder-Projekt im Freistaat. Dazu hat Diginet auf Basis einer Computeranalyse geeignete Stellen ermittelt. Im Kreis liegen diese in Dillingen, Holzheim, Gundelfingen, Lutzingen, Bissingen, Zöschingen, Aislingen, Buttenwiesen und Wertingen. Die Gemeinden wurden anschließend gebeten, bei der Wahl des Standortes für den neuen Behördenfunk mitzuwirken. Dabei beschränkt sich die Suche nicht nur auf Grundstücke der Kommunen, auch Privatflächen können dafür genutzt werden.
In Lutzingen ist der Standort schon gefunden: Etwa 1000 Meter vom Ort entfernt, in einem Wald der Pfarrpfründestiftung, soll wohl im kommenden Jahr ein etwa 40 Meter hoher Gittermast errichtet werden. Von außen wird dieser kaum zu sehen sein, meint Bürgermeister Eugen Götz. Ein solcher Mast soll auch in Wittislingen auf Gemeindegrund nahe dem Trimm-dich-Pfad entstehen. In Gundelfingen habe die Gemeinde laut Bürgermeister Franz Kukla ein Privatgelände nahe dem Ziegelwerk vorgeschlagen.
Während sich, wie etwa im oberbayerischen Ortlfing, Widerstand gegen die Masten regt – man fürchtet gesundheitsgefährdende Strahlung –, blieben Proteste im Dillinger Land bislang aus. „Das war keine große Diskussion“, sagt Kukla. Und auch Lutzingens Rathauschef sagt, dass das Projekt nicht umstritten war. „Es ist für unseren Rettungsfunk.“ Das ist auch das Hauptargument Bredemeiers. Man baue kein kommerzielles Netz, sondern ein Sicherheitsnetz für Bevölkerung und Rettungskräfte auf.
Außerdem würden dafür 15 kleinere Antennen in der Gemeinde am Goldberg wegfallen, sagt Götz. Bayernweit sollen nach der Einführung des Digitalfunks insgesamt 3500 analoge Sendeanlagen sukzessive abgebaut werden. Schließlich steht den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben dann ein gemeinsames Funknetz zur Verfügung. Jetzt kommunizieren Rettungsdienst, Polizei, Technisches Hilfswerk über ihre jeweils eigenen Analogfunknetze.
An die zurzeit geltenden Grenzwerte des Immissionsschutzes halte man sich, sagt Bredemeier. Am Mast selbst messe man 20 Watt, schon 25 Meter davon entfernt nur mehr ein Hundertstel davon. Auch weist sie darauf hin, sich zu vergegenwärtigen, dass WLAN im Haus mit einem Watt ins Gewicht falle, eine Mobilfunkbasisstation mit zwischen zehn und 50 Watt.
Zudem bergen die alten Netze, 1972 eingeführt, „immense Probleme“, sagt Peter Bohmann, Sachbearbeiter für Katastrophenschutz im Dillinger Landratsamt. Einen Fehlalarm habe man kürzlich nicht zuordnen können. Das soll künftig durch die GPS-Funktion nicht mehr passieren können. Nachdem auch etwa Behörden in Ravensburg oder Ingolstadt auf dem gleichen Kanal funken, müssen die Rettungskräfte im Landkreis mit Schwierigkeiten wegen Überweiten rechnen. „Man brauchte ein Ohr dafür, um genau unterscheiden zu können, was für Dillingen ist“, erklärt Bohmann.
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