Wetter
Fr.
21°C
Wetter
Sa.
21°C

04. September 2009 04:35 Uhr

Bund Naturschutz: Bretterwand ist völlig überzogen

Höchstädt (pm, ziss) - Der Bund Naturschutz (BN) hält die Bretterwand an der B 16 in Höchstädt für "völlig überzogen und sogar kontraproduktiv". Für den BN-Kreisvorsitzenden Dieter Leippert lässt sich diese Aktion der Stadt Höchstädt nur so erklären: "Nachdem ich von Unvermögen nicht ausgehe, wollte man mit dieser Sperrmüllwand die Naturschutzmaßnahme als solche offensichtlich diskreditieren."

Der Kreisvorsitzende weist darauf hin, dass die Maßnahmen entsprechend dem Naturschutzgesetz durch ein Fachbüro im Auftrag der Stadt Höchstädt auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgearbeitet und seitens der Stadt als vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen zugesagt wurden. Nur unter dieser Voraussetzung konnte die Regierung von Schwaben den Eingriff genehmigen. Der BN verlange nur, dass diese Zusagen dann auch eingehalten werden.

So habe die Stadt Höchstädt sich verpflichtet, zum Schutz der Fledermäuse und Vögel eine sechs bis sieben Meter breite Vogelschutzhecke vor, und nicht wie geschehen, Monate nach der Rodung der vorhandenen Gehölze anzupflanzen.

ANZEIGE

Zum Baugebiet sollte entlang der neu gepflanzten Hecke ein durchlässiger, circa zwei Meter hoher, unbehandelter Holzzaun errichtet werden. Hierunter sei ein Rankgitter zu verstehen und nicht eine massive Holzwand, wie es seitens der Stadt Höchstädt realisiert worden ist. Der Zaun solle bei der Baufeldfreimachung verhindern, dass die Bepflanzung durch die Bauarbeiten beschädigt werde.

Zudem diene er vorübergehend, bis die Neupflanzungen eine ausreichende Höhe erreicht haben, den Fledermäusen als Orientierungshilfe. Diese sogenannte Leitlinienfunktion könne der Zaun jedoch nur übernehmen, wenn er mit schnell wachsenden Rankpflanzen einwächst. Leippert: "Nachdem eine derart massive Holzwand für Rankpflanzen völlig ungeeignet ist und zudem durch die Beschattung das Wachstum der Pflanzen behindert wird, kann dieses Ungetüm so nicht stehen bleiben."

Höchstädts Bürgermeisterin Hildegard Wanner kann diese Aufregung nicht verstehen. "Wir haben die Wand nicht aus Spaß errichtet. Wir wollen damit den Ansprüchen des Artenschutzes gerecht werden", sagte sie gegenüber der DZ. Vorab habe sich Dieter Leippert im Landratsamt über die fehlende Wand beschwert, nun sei er damit nicht zufrieden, so Wanner. Und das, obwohl es in dieser Form von der Oberen Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben abgesegnet sei. "Das ist alles mit den Biologen unseres Planungsbüros Lars Consult und der Regierung von Schwaben abgestimmt", so Wanner.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung


Veranstaltungen vom 25.05.2012

Adressen für Ihre Gesundheit

Partnersuche